Geschrieben am 24.03.2007 08:34
Manchmal findet man sie noch, diese Filmjuwelen, die großes Kino ausmachen. Geschichten, die fesseln und so schnell nicht mehr loslassen. Mit „Tagebuch eines Skandals“ ist dem britischen Film- und Theater Regisseur Richard Eyre (Stage Beauty) genau so ein cineastisches Schmuckstück gelungen. Packend bis zum Schluss und hochkarätig besetzt, wagte sich Eyre an den gleichnamigen Bestseller von Zoe Heller. Entstanden ist ein düsteres Psycho-Drama, das in die Abgründe der menschlichen Seele blickt, wo die Grenzen zwischen Leidenschaft und Obsession, Freundschaft und Abhängigkeit verwischen.
Barbara Covett (Judi Dench) führt seit vielen Jahren als Geschichtslehrerin an der Londoner St. Georg’s School ein strenges Regiment in ihrem Klassenzimmer. Nur noch wenige Jahre trennen die über 60-Jährige von ihrem wohlverdienten Ruhestand und so sieht die sittentreue Dame auch keinerlei Notwendigkeit, ihre altbackenen Unterrichtsmethoden zu ändern. Schließlich ist sie eine Koryphäe an ihrer Schule: hart, aber gerecht, unbeliebt, aber geachtet. Doch außerhalb der Schule lebt Barbara ein einsames Leben: keine Familie, keine Freunde und als einzigen Begleiter an ihrer Seite ihre Katze, trottet ihr Alltag öde vor sich hin. Das alles ändert sich als die junge Sheba (Cate Blanchett) an die Schule kommt. Die hübsche Kunstlehrerin sticht Barbara sofort ins Auge und fortan sucht sie gezielt den Kontakt zu ihrer unkonventionellen Kollegin. Schon bald freunden die beiden Frauen sich an und Sheba vertraut Barbara ihre tiefsten Ängste und Sorgen an. Die Ehe mit ihrem älteren Mann Richard (Bill Nighy) verliert an Leidenschaft, das Mutterdasein laugt sie aus und eigentlich wünscht sie sich nur eines: den familiären Alltagstrott für kurze Zeit einmal hinter sich zu lassen. Doch ein Geheimnis gibt es da noch, von dem Barbara nie erfahren darf. Sheba hat eine Affäre, und zwar mit ihrem Schüler Steven Connolly (Andrew Simpson) und der ist gerade mal fünfzehn. Als Barbara die beiden zufällig zusammen beobachtet, sieht sie ihre Chance gekommen, Sheba noch stärker an sich zu binden und so ihre ewige Freundschaft zu ihre zu erpressen. Ihr Wissen über die Affäre benutzt die einsame Lehrerin fortan als Druckmittel, um immer tiefer in Shebas Privatleben einzudringen und die Abhängigkeit von ihr für ihre eigenen Zwecke auszunutzen...
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