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Menschen in Berlin von Hartmut Jäckel

BeitragVerfasst: 6. August 2007, 07:17
von Donna
In einem Telefonbuch steckt der Roman einer Stadt

Hartmut Jäckel erzählt die Geschichten von 250 Menschen, deren Name, Berufsbezeichnung und Adresse er im Berliner Fernsprechbuch von 1941 gefunden hat. Ihre Lebenswege fügen sich zum Bild einer Stadt in einer besonderen Zeit, die oft nur unter den Vorzeichen von Diktatur und Krieg gesehen wird. In diesem Buch steht das alltägliche Leben und Überleben im Vordergrund. Die Wege dieser Menschen kreuzten sich auf der Straße, in Theatern, Ämtern oder in Gefängnissen. Sie verschwanden mit Ende des Dritten Reiches oder begannen ihren Aufstieg. Ein besonderes Buch in schöner Ausstattung: ein Buch zum Anfassen, Festhalten und Festlesen. Neben vielen anderen: Manfred Baron von Ardenne, Gottfried Benn, Carl Diem, Hans Frank, Eugen Gerstenmaier, Otto Grotewohl, Ernst von Harnack, Robert Havemann, Erich Kästner, Maria Gräfin von Maltzan, Emil Nolde, Ludwig Mies van der Rohe, Carl Schmitt, Clara Viebig, Ernst von Weizsäcker.

Dies ist kein Buch zum Hintereinanderweglesen, sondern man liest ein paar Einträge, macht dann wieder Pause, legt das Buch wieder zur Seite, holt es sich wieder. Jede Geschichte ist in sich abgeschlossen.

Ein faszinierendes Buch, das es meines Wissens nach auch als Taschenbuch gibt. Ich kann es nur empfehlen.