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Der Sünde Sold: Dühnforts erster Fall - Inge Löhnig

BeitragVerfasst: 26. Juli 2010, 22:07
von Tigo
http://www.krimi-couch.de/krimis/inge-l ... -sold.html

Mariaseeon, im Süden Münchens: Nach tagelanger Suche findet man den fünfjährigen Jakob nackt, gefesselt und verstört auf einem Holzstoß im Wald. Wenig später wird seine Erzieherin zu Tode gemartert. Eine biblische Opferszene, ein Mord nach Art der Inquisition – unter den Dorfbewohnern geht die Angst um. Einer von ihnen ist ein sadistischer Mörder und Kommissar Konstantin Dühnfort muss ihn finden, bevor er wieder zuschlägt.


Ich kann mich den allgemein guten Kritiken nur vorbehaltlos anschließen! Ein Krimi, der unter die Haut geht! Klar gezeichnete Charaktere, eine intensive und sehr komplexe Geschichte, die sich nur nach und nach in ihrer ganzen Grausamkeit entpuppt. Ich mochte das Buch nicht mehr aus der Hand legen und fiebere jetzt schon der Ankunft des 2. Bandes entgegen!

Insbesondere für "Reihenleser" ist das Buch ein klares MUSS! :)

Re: Der Sünde Sold: Dühnforts erster Fall - Inge Löhnig

BeitragVerfasst: 7. Dezember 2011, 22:00
von Tigo
Ich würde hier mal mit Schuld währt ewig, dem 4. Band aus der Serie weitermachen! :)

Amazon sagt:
Kurzbeschreibung
Eine einzige Sekunde hat Susannes Leben für immer verändert. Ein Kind ist tot. Für die junge Frau ein Alptraum, der nie endet, eine Suche nach Sühne, die vergebens ist. Dann sterben zwei Menschen. Sie wurden ermordet. Auch in ihrer Vergangenheit gibt es ein düsteres Geheimnis, eine Schuld, die für immer bleibt. Kommissar Dühnfort verfolgt einen Täter, der auf grausame Weise für seine Vorstellung von Gerechtigkeit sorgt. Ein Rächer, der Gleiches mit Gleichem vergilt und keine Gnade kennt.


Meine Meinung:

Ein spannendes und sehr komplexes Thema hat sich Inge Löhnig für den vierten Band ihrer Dühnfort-Reihe ausgesucht. Wie gehen Menschen damit um, am Tod anderer beteiligt gewesen zu sein, auch wenn sie strafrechtlich für nicht schuldig befunden wurden? Kann man dieses Erlebnis verarbeiten? Kann man sich selbst verzeihen, oder werden die Selbstvorwürfe ewig andauern? „Schuld währt ewig“ gewährt dem Leser einen kleinen Einblick in das Leben verschiedener betroffener Personen sowie in die Arbeit eines Kriseninterventionsteams.

Während wir von der Autorin noch mit den Dämonen von Sanne, einer Betroffenen und Hauptfigur des Buches, bekannt gemacht werden, wird ein Mensch auf offener Straße überfahren – gezielt oder versehentlich? Auftritt Dühnfort und Team!

Was auf den ersten 30-50 Seiten so rasant anfängt, gerät dann leider ein wenig ins Stocken. Vielleicht auch der Vielzahl an Erzählsträngen geschuldet, die für mich gerade so noch am Rande der machbaren Kapazität lagen. Die Anzahl an Namen, Geschichten und Schicksalen, mit denen der Leser konfrontiert wird, ist immens und ein wenig ermüdend. Ich habe häufiger nochmals zurückblättern müssen, um den Überblick über freigesprochene Unfallbeteiligte und Hinterbliebene nicht zu verlieren. Der dann auch noch in Dühnforts Dunstkreis auftauchende und auf Rache sinnende Ex-Sträfling wäre m. E. nach völlig verzichtbar gewesen.

Insgesamt habe ich ein Problem mit dem „neuen Dühnfort“, der vom grüblerischen Gefühls-Eremiten nun zum empathischen Mr. Lover-Lover mit Familiensinn geworden sein soll. Ich erkenne den Versuch, den Hauptakteur menschlicher zu gestalten, allerdings nehme ich ihm diese Mutation nicht so richtig ab. Jetzt ist er irgendwie nicht Fisch und nicht Fleisch.

In einigen Punkten konnte ich der Logik des Buches nicht folgen, so z. B. wieso einerseits die Beziehung zwischen Dühnfort und seiner neuen Freundin auf deren Wunsch hin noch geheim bleiben soll, auf der anderen Seite will sie aber mit ihm zusammenziehen. Wenn jetzt an dieser Stelle der ein oder andere Mann etwas von „Typische Frauenlogik“ murmelt, weise ich das empört zurück!

Ebenfalls hatte ich ein Verständnisproblem damit, dass ein Unfallbeteiligter nicht über die Gründe informiert wird, warum das Verfahren eingestellt wurde. Liegen eindeutige Beweise für die Unschuld vor, so sollte man davon ausgehen dürfen, dass demjenigen diese auch übermittelt werden, und das nicht erst Jahre später bei erneuter Akteneinsicht.

Auch Sannes Exzesse mit dem Porsche bleiben mir unklar, ihre persönliche Highlandersaga war mir ein bisschen „too much“.

Um nicht zu viel zu verraten, bleibe ich auch mit der folgenden Kritik mal vage:
Es erschließt sich mir nicht, weshalb Autoren gern dazu neigen, Tiere sterben zu lassen, um die absolute Brutalität/Boshaftigkeit/Skrupellosigkeit des Täters noch einmal zu unterstreichen. Das sollte die Geschichte immer so hergeben, ohne dass der Leser quasi mit der Nase in die Tierleiche gestupst werden muss. „Siehst Du, WIE böse der ist?“.

Nein, so richtig rund fand ich den 4. Dühnfort nicht. Was dem guten Schreibstil von Inge Löhnig, ihrer Fähigkeit farbenprächtige Charaktere zu schaffen, Szenen vor dem Leserauge lebendig werden zu lassen und mit intelligentem Wortwitz zu unterhalten jedoch keinen Abbruch tut. Und ich denke, dass eine Reihe wie diese auch mal schwächere Bände ertragen können muss.

Deswegen gibt es von mir trotz der ganzen Kritik 4 Sternchen – in der Hoffnung, dass Dühnforts 5. Auftritt wieder mehr Schmiss hat und mir den Nachtschlaf rauben wird!

Re: Der Sünde Sold: Dühnforts erster Fall - Inge Löhnig

BeitragVerfasst: 12. Oktober 2012, 10:02
von Tante Biri
Lese seit gestern "Der Sünde Sold" und bin total begeistert! :D

Wieder mal eine klasse Reihe, wenn es so weitergeht.