Beim morgendlichen Kuscheln wackelten die Ohren heftig, der Körper zuckte, als ich bestimmte Bereiche berührte, besonders die linke Kopfhälfte. Ein zeitgleiches Streicheln von beiden Seiten am Kopf...
Gemacht, los ging es, nachdem ich vergeblich versucht hatte, unsere TÄ zu erreichen, die die örtliche hom. Klinik leitet, ihr Mann die konventionelle. Notdienst war dort, wo unser Nachbar mitsamt seines Kumpanen - ein guter Freund aus alten Zeiten
Justin ist friedlich, wenn es um Tierarztfahrten geht, doch er ist auch laut. Er hat Angst, nicht wegen des fehlenden Vertrauens zu mir, doch er ist in frühester Kindheit ziemlich "versetzt" worden. Eine Fahrt, mit für ihm unbestimmten Ziel und Aussicht, lässt ihn nicht gerade zu Freudestänzen bewegen. Verständlich, keines unserer Tiere fährt gerne Auto, immer eine Fahrt ins Ungewisse, nämlich zum Tierarzt.
Wir mussten warten, da der Hund vor uns ein wenig mehr Zeit benötigte. Als wir an der Reihe waren, wir im Wartezimmer ein wenig Gelegenheit hatten, uns das "dicke Etwas" genauer zu betrachten, war der Biss erkennbar: vermutlich ein Abzess, zum Bersten gefüllt. Die Untersuchung ergab genau das, es war ein Abzess der Backe, die aufgeschnitten werden musste. Die Wunde wurde nach dem Entleeren gespült, behandelt, Justin bekam ein Antibiotikum. Er hat Fieber, nicht bedrohlich, doch fühlbar, also sind die Auswirkungen der Entzündung bereits im Körper gewandert. Der TA teilte mit, dass diese Blutvergiftung gefährlich sei, doch Justin sie aufgrund seiner guten Konstituition locker überstehen würde. Folglich wird die Wunde jeden Tag gereinigt, Fieber gemessen (vorhin war es im normalen Bereich, also keines), Freigang wegen der Infektionsgefahr gestrichen, das ist am absolut misslichsten.
Stark abgekürzt, weil hier im Zusammentreffen mit Mr. Lieblingsdoktor viel Emotionales zusammentrifft... Er, der Justin vor 6 Jahren euthanasieren wollte, weil die Fip zu weit fortgeschritten sei, es keine Möglichkeit mehr gäbe und der Titer nur ein weiterer Beweis sei. Immerhin hat der TA sich an Justin und mich erinnert, denn er meinte bei der Verabschiedung, dass es für ihn ein schönes WE bedeute, weil wir nach all der Zeit einen Konsens gefunden hätten.
Ich bin nicht nur heute so stolz auf diesen Kater, der so tapfer ist, mir so oft den Spiegel vorhält und der eine solchen Lebenswillen besitzt. Vor allem ist er streitbar, spätestens das erinnert mich doch sehr an eigene Strukturen.
Drückt ihr die Daumen, dass seine Genesung weiter so gut voran geht, damit er bald wieder draußen sein Revier verteidigen kann ? Ich danke euch, und der kleine (große) Mann freut sich drauf.







