Seite 1 von 3

Wie könnte es anders sein... Neues vom Sorgenkater

BeitragVerfasst: 30. September 2007, 15:33
von She65
Pünktlich zu Beginn meines Strohwitwendaseins (der Gatte ist auf einer Städtetour in Rom) nahm das Unheil seinen Lauf: und wieder traf es den Kater, der scheinbar alles an Misslichem magisch anzieht, unseren Justin. :cry:

Beim Gruppenkuscheln vor dem Tag der Abreise stellten wir fest, dass Justin in einem Bereich des Rückens äußerst empfindlich reagiert, er fauchte, knurrte und biss schließlich beim Versuch der Begutachtung zu. In einem glücklichen Moment war eine Wunde zu erkennen, die schon eine leichte Borke angesetzt hatte. Nur Minuten später begannen die epileptischen Anfälle wieder, die auch die Nacht hindurch und bis zum Morgen andauerten. Sein Fressen verweigerte der kleine Mann ebenfalls, ab und an sah er uns an und schrie erbärmlich. Ganz offenbar hatte er Schmerzen. ;(

Der Gatte verließ mich mit den Worten, dass ein TA-Besuch dringend angesagt wäre. Nun ist es ein unmögliches Unterfangen, einen rasenden Justin alleine in den Kennel zu bekommen.

Gemeinsam mit unserer Mitbewohnerin gelang es nach einiger Zeit, den kleinen Mann im Transportkorb zur Tierklinik zu bringen, in der Göttin sei Dank eine TÄ Dienst hatte, der Justin ohne Ende vertraut (er hasst männliche TÄ und lässt sich kaum anfassen).

Er hat eine tiefe Bisswunde im Rücken, die nach genauer Inaugenscheinnahme von einer Katze oder einem Kater rührt. Die Haare im Wundfeld wurden entfernt, die Wunde versorgt und wegen der hohen Infektionsgefahr gab es ein Antibiotikum (noch heute zweifele ich, ob das wirklich sein musste, hatte ich doch zugestimmt) und ein Schmerzmittel. Fieber wurde ebenfalls gemessen, mit einer Temperatur von 39,5 Grad liegt er im Fieberbereich, allerdings nicht in Besorgnis erregender Höhe.

Zuhause angekommen gingen die Anfälle weiter, bis irgendwann nachmittags das Schmerzmittel zu wirken begann und etwas Ruhe ins Heim kam. Zwacki hatte aus Solidarität seine Fressaktivitäten ebenfalls eingestellt, während Furby die ganze Hektik überhaupt nicht gefiel, was sie mit Spritzmarkierungen in jeden erdenklichen Teil des Hauses quittierte. So hatte ich immerhin an meinem ersten Tag alleine nicht die Not, vor Langeweile umzukommen. :pfeif:

Gegen Abend wurde es etwas ruhiger im Hause She, Justin ging es offenbar etwas besser, die Frequenz der Anfälle nahm ab. Inzwischen frisst er wieder mit Appetit, die Wunde wird täglich mit Traumeel versorgt und Streicheleinheiten gibt es ohne Ende. Falls erforderlich, werden wir morgen noch einmal zum TA fahren, um aus der Bisswunde entstandene Entzündungen behandeln zu lassen.

Über den ein oder anderen guten Gedanken und ein wenig Kraft würden sich der kleine Mann und ich uns sehr freuen. ;)

Habt einen schönen Sonntag und lasst es euch Menschen und Tieren gut gehen. *drück*

Re: Wie könnte es anders sein... Neues vom Sorgenkater

BeitragVerfasst: 30. September 2007, 16:10
von Steppel
hallo she *mitfühlenddrück*

ich wünsche dem kleinen mann gute besserung - ich denke die streicheleinheiten sind für klein justin gaaaaaaanz wichtig (auch wenn ich mich mit katzen nicht so wirklich auskenne).

dir wünsche ich viel kraft und ausdauer *nochmaldrück*

lg
steppel

Re: Wie könnte es anders sein... Neues vom Sorgenkater

BeitragVerfasst: 30. September 2007, 18:45
von Gytha
Ach She, das tut mir so leid ;( Ich hatte wirklich gehofft, dass jetzt mal etwas Ruhe bei euch einkehrt.
Alle guten Gedanken aus OWL begleiten euch, Kopf hoch, es wird schon wieder werden!

Re: Wie könnte es anders sein... Neues vom Sorgenkater

BeitragVerfasst: 30. September 2007, 20:25
von Summi
Liebe She, was ist nur immer los bei euch :? Ich wünsch dir Ausdauer, Kraft, schick euch all meine positiven Gedanken und wünsche dem kleinen Mann gute Besserung :)

Was behandelst du alles mit dem Traumeel? Ich hab von meiner Summi immer noch was stehen *schnief*

Re: Wie könnte es anders sein... Neues vom Sorgenkater

BeitragVerfasst: 30. September 2007, 20:47
von SophieS
Ich schick dir eine Menge guter Gedanken, und hoffe, dass sie denn helfen.
Bin leider ansonste völlig ratlos, hatte auch gehofft, dass bei euch Ruhe eingekehrt ist.
Ich drück sowas von die Pfoten, dass es bald endich besser wird!

Re: Wie könnte es anders sein... Neues vom Sorgenkater

BeitragVerfasst: 30. September 2007, 21:00
von Tigo
Ach, das ist ja wirklich keine schöne Geschichte. :? Sei dennoch froh, dass die Bisswunde offen ist, und sich nicht irgendwo ein unterirdischer Abszess gebildet hat - das hatten wir schon 3 x - das ist noch fieser. :?

Ich wünsch Euch allen gute Besserung. ;)

Re: Wie könnte es anders sein... Neues vom Sorgenkater

BeitragVerfasst: 30. September 2007, 21:11
von Rouva
Ach Mensch, es reißt echt net ab :cry: All meine guten Gedanken gehen zu euch.

Alles Liebe, Rouva

Re: Wie könnte es anders sein... Neues vom Sorgenkater

BeitragVerfasst: 30. September 2007, 22:11
von Alarich
Hi She,

der junge Mann hat sich da echt was aufgeladen.... Stammt die Bisswunde von einem fremden oder einem eurer eigenen Tiere ? Tiere - das weisst du ja - sind auch nicht besser als Menschen und reagieren auf ihnen Unbekanntes oder Angstmachendes halt manchmal extrem... Hoffe deshalb Ersteres :cry:

Ansonsten sind hier natürlich die Pfoten mit und ohne Fell gedrückt - hoffe es gibt bald mal wieder ein bisschen mehr Ruhe bei euch - für euch alle !

Gruß
Alarich

Re: Wie könnte es anders sein... Neues vom Sorgenkater

BeitragVerfasst: 30. September 2007, 23:54
von She65
Zunächst einmal: Danke, für all das, was von euch kam und dazu beigetragen hat, dass Schlimmeres nicht eintrat. ;)

Beim Verfassen meines Postings war die Lage entspannt, es schien alles in Ordnung zu sein. Wie immer, wenn ich hier über eine "entspannte Lage" berichte, kommt es meistens noch dicker (was der Grund ist, dass ich mich in vornehmer Zurückhaltung übe).

Justin und ich hatten vereinbart, dass er nicht für alles hier verantwortlich ist. Soweit ich verstand, war die Message ganz deutlich bei dem kleinen Mann angekommen. Er hasst den schwarzen Kater von Nachbars zwei Häuser weiter, der ständig versucht, in unser Revier hier einzudringen. Es bestand Einvernehmen darüber, dass es nicht nur Justins Aufgabe sei, sein Eindringen zu verhindern. An bereits beschriebenen Verletzungen sah ich diesen Kater nicht unbeteiligt...

Zeit zum Schlafengehen... alles war vorbereitet zur Nachtruhe. Justin stand vor der Katzenklappe und gab Geräusche von sich, die mich arg an unser "Versprechen" erinnerten. Leider vergaß ich, dass wir zwar mein vorrangiges Eingreifen vereinbart, jedoch die Größe der Türöffnung nicht in unsere Unterhaltung einbezogen hatten.

Der kleine Mann huschte hinaus, was dann geschah, konnte ich nur von Weitem hören, bevor ich überhaupt eingreifen konnte. Gefauche, Gebrüll, herzzerreißendes Schreien, Wimmern, das war einfach nur furchtbar. *schock*

Mit Taschenlampe bewaffnet, im Dunkeln der Nacht, gelang es mir, die Streithähne zu lokalisieren, sie auseinander zu bringen. Justin verzog sich mit aufgerichtetem Fell, pitschenass, laut fauchend, unter den Boden des Blockhauses. Der Kontrahent verließ das Grundstück, nachdem ich ihm (bitte um Entschuldigung, doch das war ziemlich mein Gedanke) den Tod gewünscht hatte.

Im feuchten Gebüsch gerobbt, sah ich inzwischen aus wie Nachbars Lumpi, zudem sich Justin nicht aus seinem Versteck traute. Gutes Zureden half nicht mehr, die Box mit Leckerchen bewegte ihn nicht aus dem für ihn sicheren Versteck. So wurde es immer später, immer kälter und meine Hoffnung, seine Wunden begutachten zu können, wurden immer geringer.

Eine halbe Stunde später kam Justin, hatte Angst vor mir und den Katzen hier. Er ließ sich weder anfassen noch reagierte er auf liebevolle Rufe, so dass erstmal die Sicherung des Ausgangs in den Vordergrund rückte. Die einzige ausreichend schwere und die Katzenklappe bedeckende Sache ist unser Brotbackautomat, der sich seitdem dekorativ vor dem Eingang befindet. ;)

Es dauerte eine Zeit lang, bis sich Justin begutachten ließ. Seine Nase ist arg in Mitleidenschaft gezogen, beim Streichen über sein Fell findet sich hier und dort eine Verletzung, die meine Hände mit Blut benetzte. Die Ausmaße waren derzeit noch nicht zu erkennen, meine Bereitschaft, die TÄ zu anzurufen, deutlich.

Inzwischen wurde der Brotbackautomat als "Stop" akzeptiert, Justin gründlich in Augenschein genommen. Es scheint nichts zu sein, was ihn gravierend beeinträchtigt, inzwischen rollt er sich ein und schläft gemächlich. Wenn er sich nun noch umdrehen würde, damit ich seine Hauptwunden versorgen könnte, das wäre hilfreich. ;)

Für mich ist nun auch der Tag zu Ende, mit dem Wissen, dass heute Nacht nichts mehr draußen passieren kann. Irgendwie fühlt sich das wohl an, auch, wenn es ein wenig befremdlich ist, dass die Tiere so eingesperrt sind.

Mal sehen, wie es morgen bei Tageslicht aussieht, fürs Erste scheint es einen guten Ausgang gefunden zu haben. Ich danke euch so sehr und wünsche einen schönen Wochenanfang, ohne Stress und voller guter Momente. *drück*

P.S. Summi, Traumeel findet hier diverse Einsätze, z. B. bei Verletzungen wie oben beschrieben, doch auch bei Muskelverspannungen, Zerrungen, Verletzungen jeder Art, die mit der Haut und darunter liegenden Partien zu tun haben.

Re: Wie könnte es anders sein... Neues vom Sorgenkater

BeitragVerfasst: 1. Oktober 2007, 00:14
von rlm
Gute Nacht She, wir übernehmen die Nachtschicht ;) Die körperlichen Wunden werden heilen, für die Selbstbewußtseinswiederherstellung wirst Du noch das eine oder andere Gespräch mit dem kleinen Mann führen müssen. Aber es wird!