Charlie - Der letzte Flug
Im Oktober 1999 flog am alten Stall morgens im Kastanienbaum ein quietschorangener Kanarienvogel umher. Mein Vater hat ihn mit Futter gelockt, einen Eimer mit Deckel präpariert, mit Heu und Stroh ausgelegt, Löcher in den Deckel gemacht, und so letztlich den kleinen Kanarienvogel vor dem sicheren Tod der folgenden Frostnächte bewahrt.
Charlie zog ein. Er war immer eine sprudelnde Quelle der Freude. Er hat stundenlang gesungen, sprach man mit ihm, bekam man immer eine Antwort. Deckte man ihn abends zu, schwieg er artig, bis zum nächsten Morgen, wo man dann überschäumend begrüßt wurde.
Charlie hatte einen super Platz vor einem Panoramafenster, vor dem mein Vater, später meine Mutter, die Vögel draußen fütterte. So hat er immer rege mit seinen Kollegen draußen kommuniziert.
Seit einem Jahr schon wuchsen seine Federn in kleinen Kringeln, aber Charlie war noch quietschfiedel. Er flog weniger, badete aber immer noch mit großer Freude, sang, quatschte, fraß.
Vor zwei Tagen dann fing er schwer an zu atmen, saß nur noch in seinem Käfig auf dem Boden. Die TÄ diagnostizierte eine Lungenentzündung, verordnete ein Antibiotikum und "Energiespender". Und machte darauf aufmerksam, dass Charlie bereits so alt wie Methusalem sei.
Nun, Charlie hat in der Nacht von Donnerstag auf Freitag seinen letzten Flug angetreten. Nun ist er bei meinem Papa, seinem Retter, den er noch um über ein Jahr überlebte. Meine Mum hat ihn gestern würdig im Garten bestattet.
Uns alle trifft dieser Tod so schwer. Charlie war ohnehin ein echtes Familienmitglied, ein lustiger Vogel, der einem selbst die schlechteste Stimmung weggepfiffen hat. Und er war grade für meine Mum noch etwas von meinem Papa, das ihn überlebt hatte, ein Stück von ihm und seinem Dasein.
Wenn ich Ende des Monats daheim bin, wird mir der leere Platz sehr weh tun. Nach einem meiner letzten Besuche daheim verabschiedete ich mich lange von Charlie, er schüttelte sich, und plötzlich flog mir eine Feder von ihm direkt ins Gesicht. Ich habe sie aufgehoben und sicher verstaut - sie begleitet mich immer. Ein Abschiedsgeschenk.
Lieber Charlie, hab Dank für die vielen Jahre des Gesangs und der Gesellschaft. Du hast uns soviel Freude bereitet, so manches Lachen entlockt. Deine Fröhlichkeit war ansteckend und ich bin dankbar für die vielen Jahre, die wir mit Dir verbringen konnte.
Wir werden Dich sehr vermissen. Ich hoffe, Dein letzter Flug war erfolgreich, und Du bist da, wo es Dir wieder gut geht, und Du hast die richtigen Wesen gefunden, die Du gewiss gesucht hast. Und grüß die anderen da drüben!
Charlie zog ein. Er war immer eine sprudelnde Quelle der Freude. Er hat stundenlang gesungen, sprach man mit ihm, bekam man immer eine Antwort. Deckte man ihn abends zu, schwieg er artig, bis zum nächsten Morgen, wo man dann überschäumend begrüßt wurde.
Charlie hatte einen super Platz vor einem Panoramafenster, vor dem mein Vater, später meine Mutter, die Vögel draußen fütterte. So hat er immer rege mit seinen Kollegen draußen kommuniziert.
Seit einem Jahr schon wuchsen seine Federn in kleinen Kringeln, aber Charlie war noch quietschfiedel. Er flog weniger, badete aber immer noch mit großer Freude, sang, quatschte, fraß.
Vor zwei Tagen dann fing er schwer an zu atmen, saß nur noch in seinem Käfig auf dem Boden. Die TÄ diagnostizierte eine Lungenentzündung, verordnete ein Antibiotikum und "Energiespender". Und machte darauf aufmerksam, dass Charlie bereits so alt wie Methusalem sei.
Nun, Charlie hat in der Nacht von Donnerstag auf Freitag seinen letzten Flug angetreten. Nun ist er bei meinem Papa, seinem Retter, den er noch um über ein Jahr überlebte. Meine Mum hat ihn gestern würdig im Garten bestattet.
Uns alle trifft dieser Tod so schwer. Charlie war ohnehin ein echtes Familienmitglied, ein lustiger Vogel, der einem selbst die schlechteste Stimmung weggepfiffen hat. Und er war grade für meine Mum noch etwas von meinem Papa, das ihn überlebt hatte, ein Stück von ihm und seinem Dasein.
Wenn ich Ende des Monats daheim bin, wird mir der leere Platz sehr weh tun. Nach einem meiner letzten Besuche daheim verabschiedete ich mich lange von Charlie, er schüttelte sich, und plötzlich flog mir eine Feder von ihm direkt ins Gesicht. Ich habe sie aufgehoben und sicher verstaut - sie begleitet mich immer. Ein Abschiedsgeschenk.
Lieber Charlie, hab Dank für die vielen Jahre des Gesangs und der Gesellschaft. Du hast uns soviel Freude bereitet, so manches Lachen entlockt. Deine Fröhlichkeit war ansteckend und ich bin dankbar für die vielen Jahre, die wir mit Dir verbringen konnte.
Wir werden Dich sehr vermissen. Ich hoffe, Dein letzter Flug war erfolgreich, und Du bist da, wo es Dir wieder gut geht, und Du hast die richtigen Wesen gefunden, die Du gewiss gesucht hast. Und grüß die anderen da drüben!
