Wir haben einen Pferde-Oldie, der mittlerweile wohl über 35 Jahre alt ist.
Er kam zu uns vor 8 Jahren, als ich zu meinem Freund gezogen bin und mein Pony nicht allein bleiben wollte.
Wir haben mit dem alten Herrn ganz schön was durchgestanden, er hatte arge Atemprobleme und wäre fast daran gestorben, hat sich aber wieder berappelt. Seit der Zeit wurde er nicht mehr geritten, sondern nur noch betüddelt.
Vor zwei Jahren haben wir uns ja die beiden Fohlen gekauft, das hat ihm sehr gefallen, er liebt unseren kleinen Norweger und kann vom Fellkraulen gar nicht genug bekommen. Er wurde mit den beiden selbst nochmal jung und es war soo schön....
Schon im letzten Winter hatten wir Probleme: Er liebt es, sich im Schlamm zu wälzen und hatte eine Decke drauf, dass er sich nicht so einsaut. Unsere Koppeln sind am Hang und er hat sich so blöde gewälzt, dass er mit den Beinen bergauf zu liegen kam und nicht mehr von alleine hochkam. Mein Schwiegervater hat ihn damals gefunden und mit meinem Schwager an den Beinen herumgedreht. Er fraß dann 2-3 Tage nichts, hat sich dann aber wieder berappelt. Den letzten Winter hat er dann im Hof verbracht, was ihm auch ganz gut gefallen hat. Es ging ihm gut, okay, er hat schon länger einige Gelenkprobleme, aber wenn es ärger wurde, ging es mit einer Dosis Schmerzmittel besser und das war auch nicht oft nötig.
Die letzten paar Tage war er nicht so gut drauf. Der Boden war ständig gefroren und der Oldie hat sehr schlechte Hufe, quasi Plattfüsse. Jetzt hat ihm der gefrorene Hubbel-Boden wehgetan, er ist wenig gelaufen und dadurch wurden die Gelenke wieder schlechter. Letzte Nacht hatte ich ihn in seine Box gesperrt, damit er mehr Ruhe hatte und dort fressen konnte. Und heute früh wollte er seinen einen Huf nicht mehr aufsetzen.
Der Tierarzt war da, hat den Huf mit einer Zange abgedrückt, im vorderen Bereich tut es ihm weh. Entweder könnte er vorne einen Bluterguss haben oder er hat Hufrehe, aber seltsamerweise nur auf einem Bein?
Er hat Schmerzmittel bekommen und steht jetzt im dickeingestreuten großen Stall alleine. Und es ist so schlimm ihm zuzugucken, die Mittel scheinen kaum anzuschlagen, er streckt das vordere Bein weg und verlagert das Gewicht ständig hinten von einem Bein auf das andere, wohl, weil ihm da auch die Knochen wehtun. Er legt sich nicht hin, das war noch nie sein Ding, seitdem er bei uns ist, er kam aus schlechten Verhältnissen und hatte wohl zu wenig Vertrauen.
Ich bin jetzt weggegangen, vielleicht legt er sich ja doch, wenn er alleine ist und Ruhe hat.
Und jetzt sitze ich hier und heule, weil ich ihn nicht gehen lassen will....
Es gibt so viele Sachen, die mir jetzt leid tun. Was ich hätte besser machen können, ihm mehr Zeit schenken,.... ich fühle mich so unglaublich mies.
Aber der Dicke soll nicht leiden....
Klar, für ein so altes Pferd ist irgendwann die Zeit gekommen. Aber doch bitte nicht heute, oder morgen oder nächste Woche.... oder irgendwann...
Gestern habe ich ihn noch zum Ausmisten aus dem Stall gescheucht, da war es draußen etwas angetaut, da hat er sich in eine Pfütze gestellt und geplanscht wie ein Wilder, er war schon immer ein Matschschweinchen.
Drückt ihm und mir bitte die Daumen, dass es ihm bis morgen etwas besser geht und die Mittel anschlagen...








