Lissabon
Ihr Lieben,
ich wollte Euch nachträglich an unserem letzten Portugal-Urlaub teilhaben lassen - falls Ihr möchtet
, ansonsten nicht weiterlesen.
Wie einige wissen, lebt die Tochter samt Mann und Kind in Portugal und natürlich " müssen" wir zwecks Familienzusammenführung dort jährlich unseren Sommerurlaub verbringen. Nun hatte es der Gatte (nein, nicht DER, sondern meiner) es letztes Jahr geschafft, für horrendes Geld eine Hütte (im wahrsten Sinne des Wortes - 45 qm für 5 Personen) an der Atlantikküste anzumieten, in der selbst das Klopapier abgezählt schien, von ausreichend Geschirrtüchern, Gabeln, Geschirr usw. gar nicht zu reden
. Erwähnt sei auch noch die stinkende Papierfabrik, die bei ungünstiger Wetterlage dafür sorgte, dass man lieber im Haus sitzen wollte, was man aber wegen fehlender Sitzgelegenheiten unterließ, wollte man nicht auf dem Bett sitzen.
Also beschloss ich, in diesem Jahr die Ferienhaussuche selbst zu übernehmen. Nach einigen durchaus akzeptablen Angeboten stieß ich dann auf ein relativ großes Haus nahe Lissabon, gelegen in einem mehrere Hektar großen Olivenhain, groß genug für 6 und mehr Leute und nur unwesentlich teurer als die Hütte.
War aber bereits vergeben
. Allerdings mailte mir die deutsche Vermittlerin kurze Zeit später, die Besitzerin dieses Hauses wäre bereit, uns ihr "Herrenhaus", das auf demselben Gelände liegt, für die angefragte Zeit zum selben Preis zu überlassen. Es sei noch ein bisschen größer und ob es uns stören würde, wenn ein paar persönliche Gegenstände im Haus verblieben.
Äh, nun ja, fand ich ein bisschen befremdlich, in so einen privaten Bereich als Feriengast einzudringen, aber sie mailte mir ein paar Fotos und meinte, das sei schon ok.
Gut, wenn Frau Dr. W., so der Name der Vermieterin, damit leben kann, kann ich das auch
. Da unser Sohn samt Freundin ebenfalls zu der Zeit Urlaub hatte, habe ich dann nochmal angefragt, ob wir das Haus auch mit 7 Leuten belegen dürften. Durften wir! Was mich hätte stutzig machen sollen, war die Nachfrage von Frau Dr. W., was denn mit dem "Kiieend" sei - sie meinte unseren Enkel.
Was, wenn das Kiieend nachts mal weint.
Nun ja, falls das passiert, geht halt jemand hin.
Nein, nein, das "kleine" Einzelzimmer läge hinter der Küche und die Schlafzimmer am entgegengesetzten Ende des Gangs.
Ach so, nun ja, das Kind ist 5 und weint nachts außerordentlich selten.
Ja dann, sie freue sich, uns begrüßen zu dürfen.
Das alles in einem wunderbaren deutsch-englisch-portugiesischem Kauderwelsch unterlegt mit polnischem Akzent.
Tag der Ankunft! Begrüßt wurden wir von einer sehr kultivierten, charmanten älteren Dame (alles zwischen 60 und 85 Jahren wäre möglich) und einem altersschwachen Schäferhund, der sich gleich auf den Rücken schmiss vor lauter Freude. Wie sich herausstellte, war er einer von drei Hunden, aber die anderen seien zu temperamentvoll für dieses erste Kennenlernen, wurde uns beschieden. Es stellte sich heraus, dass sie sehr lieb und noch verfressener waren
.
Tja, und dann das Haus! Ca. 200 qm groß, 4 Schlafzimmer, zwei Essräume plus Essplatz draußen auf der Terasse mit Grill, drei Bäder, ein Musikzimmer, ein Lesezimmer, eine Bibliothek, ein Wohnraum, eine Riesenküche, in der alles dreifach vorhanden war, und und und . . .
Die Küche war nicht nur ausreichend mit allen Gerätschaften bestückt, nein, der Kühlschrank war gefüllt, die Weinvorräte ausreichend für 3 Monate und die Aufforderung, dies alles bitte auch tunlichst zu verbrauchen, war unmissverständlich! Endgültig geschafft hat mich dann die Bemerkung, dass, wenn das Geschirr nicht reichen sollte, wir das Wedgewood aus dem "kleinen" Esszimmer nehmen sollten oder falls es mal ganz eng wird, das "teure" Geschirr aus dem "großen" Esszimmer. Letzters sollten wir aber bitte nicht in der Spülmaschine spülen
.
Die kleine Führung (bei der ich ständig damit rechnete, gleich Eintritt bezahlen zu müssen) durch dieses "Anwesen" ergab, dass alles, was es dort gab, echt und antik war, dass Frau Dr. W., emeritierte Professorin der Anthropologie, all diese Schätze von ihren Studienreisen und Ausgrabungen rund um den Globus mitgebracht hatte, wenn es nicht von ihrem Vater, einem russischen Arzt oder ihrem Mann, einem Direktor des British Council (dem sie es übrigens sehr übelnahm, dass er einfach so vor ihr verstarb), stammte.
Ach ja, und im Laufe der Zeit ergab sich im Nebenbei auch noch, dass in dem Schlafzimmer nach hinten raus bereits Maggie Thatcher samt Dennis genächtigt hatte - was meinen Mann fast zur sofortigen Abreise veranlasst hätte
.
Wir hatten einen sehr schönen Urlaub, interessante Gespräche, der Enkel hat nix kaputtgemacht, die Tochter einen innigen Kontakt zu Frau Dr. W. entwickelt (vielleicht, weil sie jedes Buch mitnehmen durfte, für das sie Interesse zeigte) und wir dürfen wiederkommen.
ich wollte Euch nachträglich an unserem letzten Portugal-Urlaub teilhaben lassen - falls Ihr möchtet
Wie einige wissen, lebt die Tochter samt Mann und Kind in Portugal und natürlich " müssen" wir zwecks Familienzusammenführung dort jährlich unseren Sommerurlaub verbringen. Nun hatte es der Gatte (nein, nicht DER, sondern meiner) es letztes Jahr geschafft, für horrendes Geld eine Hütte (im wahrsten Sinne des Wortes - 45 qm für 5 Personen) an der Atlantikküste anzumieten, in der selbst das Klopapier abgezählt schien, von ausreichend Geschirrtüchern, Gabeln, Geschirr usw. gar nicht zu reden
Also beschloss ich, in diesem Jahr die Ferienhaussuche selbst zu übernehmen. Nach einigen durchaus akzeptablen Angeboten stieß ich dann auf ein relativ großes Haus nahe Lissabon, gelegen in einem mehrere Hektar großen Olivenhain, groß genug für 6 und mehr Leute und nur unwesentlich teurer als die Hütte.
War aber bereits vergeben
Äh, nun ja, fand ich ein bisschen befremdlich, in so einen privaten Bereich als Feriengast einzudringen, aber sie mailte mir ein paar Fotos und meinte, das sei schon ok.
Gut, wenn Frau Dr. W., so der Name der Vermieterin, damit leben kann, kann ich das auch
. Da unser Sohn samt Freundin ebenfalls zu der Zeit Urlaub hatte, habe ich dann nochmal angefragt, ob wir das Haus auch mit 7 Leuten belegen dürften. Durften wir! Was mich hätte stutzig machen sollen, war die Nachfrage von Frau Dr. W., was denn mit dem "Kiieend" sei - sie meinte unseren Enkel. Was, wenn das Kiieend nachts mal weint.
Nun ja, falls das passiert, geht halt jemand hin.
Nein, nein, das "kleine" Einzelzimmer läge hinter der Küche und die Schlafzimmer am entgegengesetzten Ende des Gangs.
Ach so, nun ja, das Kind ist 5 und weint nachts außerordentlich selten.
Ja dann, sie freue sich, uns begrüßen zu dürfen.
Das alles in einem wunderbaren deutsch-englisch-portugiesischem Kauderwelsch unterlegt mit polnischem Akzent.
Tag der Ankunft! Begrüßt wurden wir von einer sehr kultivierten, charmanten älteren Dame (alles zwischen 60 und 85 Jahren wäre möglich) und einem altersschwachen Schäferhund, der sich gleich auf den Rücken schmiss vor lauter Freude. Wie sich herausstellte, war er einer von drei Hunden, aber die anderen seien zu temperamentvoll für dieses erste Kennenlernen, wurde uns beschieden. Es stellte sich heraus, dass sie sehr lieb und noch verfressener waren
Tja, und dann das Haus! Ca. 200 qm groß, 4 Schlafzimmer, zwei Essräume plus Essplatz draußen auf der Terasse mit Grill, drei Bäder, ein Musikzimmer, ein Lesezimmer, eine Bibliothek, ein Wohnraum, eine Riesenküche, in der alles dreifach vorhanden war, und und und . . .
Die Küche war nicht nur ausreichend mit allen Gerätschaften bestückt, nein, der Kühlschrank war gefüllt, die Weinvorräte ausreichend für 3 Monate und die Aufforderung, dies alles bitte auch tunlichst zu verbrauchen, war unmissverständlich! Endgültig geschafft hat mich dann die Bemerkung, dass, wenn das Geschirr nicht reichen sollte, wir das Wedgewood aus dem "kleinen" Esszimmer nehmen sollten oder falls es mal ganz eng wird, das "teure" Geschirr aus dem "großen" Esszimmer. Letzters sollten wir aber bitte nicht in der Spülmaschine spülen
Die kleine Führung (bei der ich ständig damit rechnete, gleich Eintritt bezahlen zu müssen) durch dieses "Anwesen" ergab, dass alles, was es dort gab, echt und antik war, dass Frau Dr. W., emeritierte Professorin der Anthropologie, all diese Schätze von ihren Studienreisen und Ausgrabungen rund um den Globus mitgebracht hatte, wenn es nicht von ihrem Vater, einem russischen Arzt oder ihrem Mann, einem Direktor des British Council (dem sie es übrigens sehr übelnahm, dass er einfach so vor ihr verstarb), stammte.
Ach ja, und im Laufe der Zeit ergab sich im Nebenbei auch noch, dass in dem Schlafzimmer nach hinten raus bereits Maggie Thatcher samt Dennis genächtigt hatte - was meinen Mann fast zur sofortigen Abreise veranlasst hätte
Wir hatten einen sehr schönen Urlaub, interessante Gespräche, der Enkel hat nix kaputtgemacht, die Tochter einen innigen Kontakt zu Frau Dr. W. entwickelt (vielleicht, weil sie jedes Buch mitnehmen durfte, für das sie Interesse zeigte) und wir dürfen wiederkommen.

