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Die Löwin von Aquitanien - Tanja Kinkel

Beitragvon Tigo » 5. März 2009, 19:09

Alienor von Aquitanien? Ja, den Namen hat man doch schon mal gehört … aber wer war sie gleich noch? Die Inhaltsangabe weckt Interesse an dieser Frau, an diesem Buch.

Es ist gut untergliedert, nämlich in die einzelnen Zeitabschnitte ihres Lebens. Ihr Aufwachsen in Aquitanien, ihre Zeit als Königin von Frankreich an der Seite von Louis VII, ihr Leben mit Henry II und als Königin von England, ihre jahrelange Gefangenschaft, dann ihr Handeln als Mutter von König Richard Löwenherz sowie die letzten Jahre ihres Lebens, während ihr Sohn John an der Macht ist.

Wer wie ich in dieser Epoche nicht „daheim“ ist, hat eine Vielzahl an Personen zu sortieren, was gelegentlich nicht ganz so einfach ist. Sehr hilfreich fand ich die angefügten Übersichten, die sowohl eine Landkarte mit den einzelnen Herzogtümern und Königreichen beinhalten sowie die entsprechenden Familienstammbäume. Trotz der verwirrenden Menge an historischen Persönlichkeiten, die in diesem Buch auftauchen, kann man der Sache damit gut folgen.

Ich habe mich bis zum Schluss nicht entscheiden können, ob ich Alienor mag oder nicht. Ihr Charakter prägt das Buch, machthungrig, ruhelos und zweifelsfrei auch gnadenlos. Gewiss war sie aber in dieser Zeit eine herausragende Persönlichkeit, die ihre Spuren hinterlassen hat. Während mich weder Louis noch Henry besonders beeindruckt haben, bin ich dem von der Autorin gesponnenen Faden gern gefolgt, und habe mich sehr für Richard Löwenherz begeistert. Sie sind allesamt gut skizziert, die einzelnen Charaktere sind sehr deutlich rausgearbeitet, was mir sehr gut gefallen hat. Der Schreibstil ist insgesamt rund und das Buch liest sich flüssig weg. Ob die Ausdrucksweise zeitlich passend gewählt ist, vermag ich nicht zu beurteilen.

Mein Interesse, mehr über die Personen, Orte und die geschichtlichen Zusammenhänge zu erfahren, ist geweckt worden, so dass ich nun im Anschluss ans Lesen noch einige Wissenslücken zu schließen habe!

Einziges Manko für mich ist der Einbruch nach dem ersten großen Streit mit Henry. War die Erzählung vorher sehr emotional und lebendig, knickt sie spätestens im vierten Kapitel aus nicht nachvollziehbaren Gründen ein, wird sehr sachlich. Hier büßen leider auch die Protagonisten an Farbe ein, der Tiefgang geht merklich verloren.

Trotz dieses Schönheitsfehlers ein Buch, das ich gern empfehlen werde!
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Re: Die Löwin von Aquitanien - Tanja Kinkel

Beitragvon andrea1 » 6. März 2009, 08:49

Falls du möchtest kann ich dir gerne noch ein paar andere Bücher über Eleanor von Aquitanien nennen. Ich habe mehrere zu Hause.

Die Frau ist und war faszinierend. In einer Zeit, in der Frauen überhaupt keine Mitspracherecht zugestanden wurde, hat sie das politische und gesellschaftliche Leben gestaltet.

Das Buch von Tanja Kinkel habe ich schon vor Jahren gelesen und fand es sehr gut.
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Re: Die Löwin von Aquitanien - Tanja Kinkel

Beitragvon Tigo » 6. März 2009, 10:06

Ja, absolut faszinierend! Ich fand sie nicht wirklich sympathisch, das ist bei Machtmenschen aber immer schwierig, ihnen solche Gefühle entgegen zu bringen. Aber bewundernd war ihr Wirken wirklich.

Ich würde gern noch mehr über sie lesen, kann mich aber in dem Gewirre nicht so recht entscheiden. Deine Tipps nehme ich gern! :)
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Re: Die Löwin von Aquitanien - Tanja Kinkel

Beitragvon andrea1 » 6. März 2009, 12:21

In der Zeit, in der die alte Elli wirkte, war eine reine Männerzeit. Dazu kommt, dass die Geschichtsschreibung nur in der Hand von Mönchen lag, die mir ihr (und ebenso andersrum) nicht klar kamen. Deswegen kommt sie auch nicht wirklich vorteilhaft weg, dafür war sie zu ne aufmüpfige Skandalnudel.
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Re: Die Löwin von Aquitanien - Tanja Kinkel

Beitragvon Tigo » 6. März 2009, 14:40

Ja, das ist schon klar. Einige Dinge bleiben ja Gott sei Dank trotz ungeneigter Chronisten unzweifelhaft. :oma: Die einzelnen Autoren machen ja aber auch unterschiedlche Charaktere aus ihr. Und selbst mit dem wohlwollenden Bild von Tanja Kinkel war ich nicht ganz sooo überein. Machtmenschen müssen ja aber auch nicht geliebt werden. ;)

Nachdem hier in meinem Kopf Henry die ewige Liebe ist, mag ich das nicht lesen, wo sie angeblich einen jahrzehntelangen Geliebten hat. :D
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Re: Die Löwin von Aquitanien - Tanja Kinkel

Beitragvon Alarich » 6. März 2009, 16:10

Hi!

Das Buch von Frau Kinkel hab ich auch gelesen. Hat mich allerdings nicht so wahnsinnig vom Hocker gehauen :)

Ich hab hier mal ne Liste für dich von Büchern über Frau Eleonore:

http://dispatch.opac.d-nb.de/DB=4.1/LNG ... Aquitanien

Persönlich kenn ich keins der anderen Bücher, kannst dich ja mal durchfummeln ;)

Empfehlen möchte ich allerdings zur weiteren Lektüre dies Buch:
Richard Löwenherz von Siegfried Obermeier

Das scheint mir nicht nur gut recherchiert, es hat mich auch nachhaltig von meiner "romantischen" Liebe zu dem Hallodri Richard Lionheart kuriert :D . Seitdem habe ich mich doch mehr John Ohneland angenähert ... :lol:

Gruß
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Re: Die Löwin von Aquitanien - Tanja Kinkel

Beitragvon Tigo » 6. März 2009, 20:03

Ja, ich gestehe, Richards Tod im Buch hat mich auch zu Tränen gerührt. Ich habe aber natürlich - als Info-Junkie - weiterrecherchiert und komme halt auch immer mehr darauf, dass John vielleicht gar nicht so ein Idiot war. :D

Ich brauch jetzt ein wenig Abstand, und werde die Liste mal im Auge behalten. Ich glaube, die habe ich auch alle soweit bei amazon über die Suche gekriegt. Vielleicht kann Andrea das Bild noch abrunden?
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Re: Die Löwin von Aquitanien - Tanja Kinkel

Beitragvon andrea1 » 6. März 2009, 21:42

Tigo - ich kümmer mich morgen darum, mir ist heute abend nicht so gut.
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Re: Die Löwin von Aquitanien - Tanja Kinkel

Beitragvon Tigo » 6. März 2009, 22:29

Keine Eile, meine Liebe! :)
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Re: Die Löwin von Aquitanien - Tanja Kinkel

Beitragvon andrea1 » 8. März 2009, 17:12

Ich kann dir von

Sylvie von Frankenberg + Katrin von Glasow: "Henry + Alienor"

empfehlen.

Eine amüsante und etwas eigenwillige Sicht bietet:

Mireille Calmel mit: "Die Nächte der Königin"

Alarich hat einen Link mit einigen Titeln eingestellt, hieraus hätte ich auch die Bücher von Ellen Jones und Pamela Kaufmann aufgezählt.

Es gibt dann noch von Régine Pernoud: "Königin der Troubadoure", das habe ich aber noch nicht gelesen.

Wie du siehst, haben sich Autorinnen mit ihr beschäftigt, bisher ist mir noch kein männlicher Autor untergekommen, der über ihr Leben einen Roman geschrieben hat. Von männlicher Seite wirst du eher Bücher über Richard Löwenherz oder John Ohneland lesen können, die sich dann mit Eleonore nur am Rande beschäftigen, mit Sicherheit auch aus einer anderen Sicht heraus.
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