Beim Gruppenkuscheln vor dem Tag der Abreise stellten wir fest, dass Justin in einem Bereich des Rückens äußerst empfindlich reagiert, er fauchte, knurrte und biss schließlich beim Versuch der Begutachtung zu. In einem glücklichen Moment war eine Wunde zu erkennen, die schon eine leichte Borke angesetzt hatte. Nur Minuten später begannen die epileptischen Anfälle wieder, die auch die Nacht hindurch und bis zum Morgen andauerten. Sein Fressen verweigerte der kleine Mann ebenfalls, ab und an sah er uns an und schrie erbärmlich. Ganz offenbar hatte er Schmerzen.
Der Gatte verließ mich mit den Worten, dass ein TA-Besuch dringend angesagt wäre. Nun ist es ein unmögliches Unterfangen, einen rasenden Justin alleine in den Kennel zu bekommen.
Gemeinsam mit unserer Mitbewohnerin gelang es nach einiger Zeit, den kleinen Mann im Transportkorb zur Tierklinik zu bringen, in der Göttin sei Dank eine TÄ Dienst hatte, der Justin ohne Ende vertraut (er hasst männliche TÄ und lässt sich kaum anfassen).
Er hat eine tiefe Bisswunde im Rücken, die nach genauer Inaugenscheinnahme von einer Katze oder einem Kater rührt. Die Haare im Wundfeld wurden entfernt, die Wunde versorgt und wegen der hohen Infektionsgefahr gab es ein Antibiotikum (noch heute zweifele ich, ob das wirklich sein musste, hatte ich doch zugestimmt) und ein Schmerzmittel. Fieber wurde ebenfalls gemessen, mit einer Temperatur von 39,5 Grad liegt er im Fieberbereich, allerdings nicht in Besorgnis erregender Höhe.
Zuhause angekommen gingen die Anfälle weiter, bis irgendwann nachmittags das Schmerzmittel zu wirken begann und etwas Ruhe ins Heim kam. Zwacki hatte aus Solidarität seine Fressaktivitäten ebenfalls eingestellt, während Furby die ganze Hektik überhaupt nicht gefiel, was sie mit Spritzmarkierungen in jeden erdenklichen Teil des Hauses quittierte. So hatte ich immerhin an meinem ersten Tag alleine nicht die Not, vor Langeweile umzukommen.
Gegen Abend wurde es etwas ruhiger im Hause She, Justin ging es offenbar etwas besser, die Frequenz der Anfälle nahm ab. Inzwischen frisst er wieder mit Appetit, die Wunde wird täglich mit Traumeel versorgt und Streicheleinheiten gibt es ohne Ende. Falls erforderlich, werden wir morgen noch einmal zum TA fahren, um aus der Bisswunde entstandene Entzündungen behandeln zu lassen.
Über den ein oder anderen guten Gedanken und ein wenig Kraft würden sich der kleine Mann und ich uns sehr freuen.
Habt einen schönen Sonntag und lasst es euch Menschen und Tieren gut gehen. *drück*






