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Hat jemand Tipps fuer die Welpenerziehung?

Hier kann alles rund um das Thema Katzen gepostet werden.
Hunde, Pferde und andere tierische Zwei-, Vier- oder Mehrbeiner sind in dieser Rubrik gern gesehene Gäste ;)
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Re: Hat jemand Tipps fuer die Welpenerziehung?

Beitragvon Marada » 8. Oktober 2007, 11:33

Wichtig ist, dass du dich in ihre Sichtweise hineinversetzen kannst - wie oben schon erwähnt - hinterherlaufen ist Spielen, Frauchen weg ist schlimm und da muß man gucken kommen.

Überlege dir gut, welche Signalwörter (Befehl oder Kommando sagt man auch, wir haben uns das abgewöhnt) du benutzen willst. Alles mit i ist lieb und nett, daher eignet sich z. B. "Nein" nicht so gut, außerdem sagst du es beim normalen Sprechen zu oft. Bei uns ist das Wort dafür "Ab". Kurz, knackig und mit tiefer Stimme. Wenn einige Sachen "nein" sind und andere "fein" - das ist zu leicht zu verwechseln.
"Komm" ist auch so ein Allerweltswort, was wir viel zu oft sagen und uns dann wundern, warum der Hund nicht kommt. Wir sagen dauernd "komm" - in allen möglichen Zusammenhängen und nicht nur zum Hund. Die krönung ist "komm geh weg!" ... Für den Hund ist "zu mir" wirkungsvoller.
Eine andere Möglichkeit ist, Signalwörter in einer anderen Sprache zu sagen. Da passiert es dir nicht, dass du das Wort auch im normalen Gespräch benutzt.

Überleg Dir auch, was der Hund wirklich können muss, damit du zufrieden bist, und warum. Fast alle Hunde müssen "Sitz" lernen - wenn du die Halter fragst, warum, gibt es meist keine brauchbare Antwort. Weil's so niedlich aussieht, wenn er sein Leckerli im Sitzen nimmt? Weil's alle Hunde können? Haben wir schon immer so gemacht ... Viele wollen damit etwas erreichen, was besser "bleib" heißen sollte, dass der Hund irgendwo bleibt und nicht rumnervt (z. B. im Restaurant oder so). Aber in der Situation ist es völlig egal, ob er sitzt oder liegt oder Handstand macht ...

Ein gutes Mittel ist Schnalzen mit der Zunge oder mit den Fingern schnipsen (sinnvoller als Clicker, den hast du nicht garantiert immer dabei), gewöhn sie daran, dass sie bei diesem Geräusch immer (immer!) ein Leckerli kriegen. Nach einigen Wochen (ja, Wochen!) gibt es "intermittierende Belohnung" - etwa jedes fünfte Mal gibt's was. Langsam darauf hinarbeiten, also nicht gleich am Anfang von xxxxx (es gibt jedes Mal was) auf oooox (es gibt nur jedes fünfte Mal was, sondern unregelmäßig xxxxx, xxoxx, xoxxx, xxxxo, xooxx, xxxoo, xoxox, xxxxo, xxoox, ooxox, usw.
Du hast mit dem Schnipsen dann immer sofort die volle Aufmerksamkeit, auch auf größere Distanz.

Aufmerksamkeit ist sehr wichtig - deine, aber mehr noch die des Hundes. Du mußt immer das Wichtigste sein. Wenn ihr spazieren geht und die Hunde sind 5 Meter vor euch, sollen sie alle paar Meter nach dir gucken. Lobe sie immer, wenn sie gucken. Du kannst nämlich keinem ein Signal geben, der nicht auf dich achtet ...

Nicht Bestrafen. Nie. Ignorieren ist schlimm genug, vor allem, wenn du das mit der Aufmerksamkeit ordentlich geübt hast. Bächlein und Häuflein draußen überschwenglich loben, auch wenn andere Leute zugucken. Selbiges drinnen völlig ignorieren, wegputzen wenn der Hund nicht guckt (sonst lernt er sehr schnell: Mama macht das sowieso weg, also kann ich überall hinmachen).

Handsignale finde ich auch wichtig, aus mehreren Gründen. Einmal kannst du deinem Hund auch über größere Distanz was "sagen", ohne zu brüllen. Zweitens wird der Hund zu keinem laufen, der nur "zu mir" sagt, ohne das Zeichen dazu zu geben. Und am wichtigsten: Es ist "hündischer". Hunde sind leise Tieren, Geräusche gibt's nur bei sehr großer Emotion. Menschen sind für Hunde enorm emotionelle und überhaupt nicht vernünftige Wesen, sie blubbern den ganzen Tag und verstehen nur sehr wenige Zeichen. Ein Hund verbringt den größten Teil seiner Zeit damit, dich und die anderen Tiere in seiner Familie zu beobachten. Er weiß, welche Laune du hast und ob du gesund bist - nur anhand von deiner Haltung, Gestik, Mimik.

Puh - lang geworden. Wenn du mehr wissen willst, frag am besten so konkret wie möglich, dann werden die Antworten präziser und kürzer - hoffentlich ...

Liebe Grüße und viel Spaß mit deinen kleinen Monstern
Marada
 

Re: Hat jemand Tipps fuer die Welpenerziehung?

Beitragvon meme » 8. Oktober 2007, 13:17

Marada, von mir aus kannst Du stundenlang weiterschreiben. Wie unendlich lieb von Dir, das hift mir sehr. Wir reden ja eigentlich englisch mit den Hunden, aber das dt. Wort "aus" wirkt besser als alles andere, also das mit der anderen Sprache ist schon richtig. Handzeichen finde ich auch wichtig, die habe ich auch bei Zippy mit Erfolg benutzt. Ich denke, es ist halt auch schwierig, weil wir zwei Welpen gleichzeitig haben. Wenn die morgens ihre 5 Minuten haben und zusammen rumtoben und bellen, da soll mir einer mal vormachen, wie er da die Aufmerksamkeit kriegen will. Finde ich aber auch ok, denn es sollen ja noch Tiere bleiben und keine Marionetten. ;)

Wir werden wohl, wenn sie etwas aelter sind, zum Training mit ihnen gehen, ich finde das wichtig. Und bis dahin bin ich fuer JEDEN Tipp echt super dankbar und ich danke allen, die mir so viel Zeit dafuer schenken, ich weiss das aufrichtig zu schaetzen!!!

Liebe Gruesse,

meme
meme
 

Re: Hat jemand Tipps fuer die Welpenerziehung?

Beitragvon Marada » 8. Oktober 2007, 13:55

wir haben ja auch zwei, das geht gut. OK, manchmal ist es mit der Aufmerksamkeit schwieriger, aber manchmal merkt auch die eine erst, dass was ist, wenn die andere losflitzt ... und alleine lassen geht natürlich mit zweien auch viel besser.

Rumtoben ist wichtig. Und, vor allem in dem Alter, schmusen ist wichtig. Nicht nur die beiden miteinander, sondern ihr alle, die ganze Meute. Die Fachleute nennen es "Kontaktliegen" - dann klingt es eminent relevant und ist kyno-psychologisch wertvoller als bloßes Schmusen ...

Aufmerksamkeit bekommen, während die beiden toben, kannst du üben. Solltest du auch, denn du musst soweit kommen, dass du sie jederzeit zuverlässig auch von enorm spannenenden, leckeren oder hoch-emotionalen Sachen abrufen kannst. Du musst zeigen, dass du spannender bist ...

Vorsicht mit den ach so beliebten Welpenspielstunden - oft machen die mehr kaputt als dass sie nützen. Würdest du dein Kind in einen Kindergarten geben, in dem es keine ausgebildeten Kindergärtnerinnen gibt, sondern nur einen Teenager, der vielleicht im Notfall einen Arzt anrufen kann, sonst aber Ahnung und keine Autorität hat? Niemand, der den Kleinen sagt, dass man sich vor dem Essen die Hände wäscht, dass man anderen nicht das Spielzeug wegnimmt, dass man zwar rangeln darf, aber nicht prügeln ... Sicher nicht. Warum willst du es dann deinem Hund antun? Eine Welpenschule ist nur brauchbar (aber auch dann noch lange nicht notwendig), wenn ein ausgebildeter Hundetrainer (Vorgespräch!!!) und erfahrene, ältere Hunde dabei sind.

Wenn ihr Hunde-Erziehungs-Literatur lest, guckt vorher, wer das für wen geschrieben hat. Ein Familien-Haus-und-Kinder-Hund muss andere Sachen können als einer, der für die Jagd gebraucht wird.

Gebt ihnen nicht "alte" Sachen von euch zum Zerstören - Schuhe, Socken mit Löchern oder so. Auch keine "Kau-Schuhe", die's im Zoohandel gibt. Sie können nicht unterscheiden, welche Schuhe sie anknabbern dürfen und welche nicht, und sie werden auch einen gefundenen Socken nicht erst auf Löcher untersuchen und dann entscheiden, ob Herrchen den noch mal anziehen will ... Schuhe etc. sind IMMER tabu.
Marada
 

Re: Hat jemand Tipps fuer die Welpenerziehung?

Beitragvon meme » 8. Oktober 2007, 14:03

Marada, ich stimme voll zu. Die Welpenstunde habe ich auch fuer Bloedsinn befunden, erst, wenn es um "richtiges" Training geht, dann ja. Wir haben hier einen sehr anerkannten und hochgelobten Hundetrainer in der Naehe, da habe ich bisher nur positives gehoert, der macht wohl sehr gutes Training, wird auch von unserem deutschen TA empfohlen.

Das mit den Schuhen und so ist ja klar, das waere wohl zu viel verlangt, wenn sie das lernen sollten, was alt oder neu ist. Das einzige, was ich nicht verhindern konnte, war, dass sie einen meiner alten Garten FlipFlops zerlegt haben... :roll:

Ich war halt nur geschockt, weil ich im Internet geschaut habe, und es gibt nur negatives Feedback zur Erziehung von ZWEI Welpen, das hat mich schon etwas besorgt gemacht. Allerdings trennen wir sie ja oft und ich denke mal, wenn sie jetzt, mit 11 Wochen schon Sitz und Pfote geben machen und auch kommen, wenn wir sie rufen, dann wird ja vielleicht doch noch was draus... :))
meme
 

Re: Hat jemand Tipps fuer die Welpenerziehung?

Beitragvon Marada » 8. Oktober 2007, 14:15

Klar wird das alles. Sie sind ja auch noch sehr jung!

Dies hier sieht interessant aus, ich hab jetzt keine Zeit, das gründlich zu lesen, aber das wenige, was ich überfliegen konnte, klingt ok:
http://www.hunde.com/schule/Einleitg.html
Marada
 

Re: Hat jemand Tipps fuer die Welpenerziehung?

Beitragvon rlm » 10. Oktober 2007, 22:39

Guten Abend Ihr zwei Welpen Mamas ;)

Seid stolz auf das Können Eurer Junghunde, auch dann, wenn sie so mit sieben bis acht Monaten scheinbar alles vergessen haben, was Ihr ihnen jetzt beibringt. Wenn die Herr-/Damschaften dann in das Halbstarkenalter kommen, beginnt die Erziehungsarbeit.

Viel Spaß.
rlm

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