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Tristan hat ein Problem

Hier kann alles rund um das Thema Katzen gepostet werden.
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Tristan hat ein Problem

Beitragvon Tigo » 20. März 2011, 18:47

Ich könnte mich selbst in den Hintern beißen, dass ich das nicht viel früher viel ernster genommen habe. Es war ein wenig mit Ansage und doch hat die Hektik der Zeit mich davon abgehalten, meiner Intuition zu folgen.

Tristan war mir anfangs sehr nah, derjenige von dem Trio, der mir am nächsten war. Er war immer ein wenig zurückhaltend, aber wir hatten so unsere Rituale miteinander zu entwickeln begonnen.

Irgendwie hat dann Frieda total übernommen. Frieda ist nicht im üblichen Sinne dominant, sie geht hier niemanden an, sie ist total friedlich. Aber immer vorne weg. Immer präsent. Eher impertinent, denn dominant. Ich werfe Tristan einen Ball, Frieda fängt ihn. Ich spreche mit Tristan und will ihn kuscheln - Frieda drängt sich dazwischen.

Die drei Katzen liegen zusammen, spielen zusammen, putzen sich gegenseitig. Alles friedlich, ohne Zoff, dennoch hat man gemerkt, dass Tristan irgendwie eifersüchtig war, wenn z. B. Sam mit Frieda gespielt hat, wir mit den anderen gekuschelt haben.

In den letzten Wochen hat sich Tristan immer weiter zurückgezogen. Er wurde wieder super scheu, griff ich nach ihm, ist er weggelaufen. Zwar ist er nachts noch zu mir gekommen, aber ich durfte ihn nicht mehr kuscheln. Er hat sich mir total entzogen.

Er ist nie aggressiv geworden, das liegt ihm nicht. Er leidet stumm und still. Einziges Zeichen seines Problems ist, dass er immer wieder mal auf Sam oder Frieda steigt, sie in den Nacken beißt und auf ihnen rumtretelt. Frieda wehrt sich knurrend dagegen, Sam geht nur weg. Wie Sam überhaupt nie zofft, sondern immer der friedliebende Große ist.

Seit zwei Wochen zerfetzt Tristan seine Softbälle.

Wir waren letzte Woche fünf Tage nicht daheim. Die Schwiegereltern sperren die Katzen leider immer in das Katzenzimmer ein, weil sie Angst haben, dass sie ihnen sonst entwischen. Sinnlos, ich habe das mehrfach moniert, aber gut. Sie können aber noch runter in den Flur und den Garderobeneraum der Einliegerwohnung. Dahin hatte sich anfangs Sam verkrochen, dort lag noch eine Decke auf den Fliesen.

Schwiegermutter erzählte dann, dass Tristan sich immer dahin verzogen hätte, sie hätten ihn mehrfach suchen müssen. Und es würde dort so streng riechen, ich solle doch mal gucken ... (warum sie das selbst nicht getan hat ... *grrrrrr).

Natürlich war geschehen, was jetzt zu erwarten war. Die Decke war vollgepullert ohne Ende, es stank bestialisch. Und ein Haufen lag auch drauf. Übersetzung: Tristan hatte sich seinen eigenen Raum geschaffen.

Damit nicht genug, sein Urin riecht wirklich sehr streng, und dann hatte er Anfang der Woche noch Durchfall mit Blutbeimengung. Er hat mich förmlich dazu geholt, damit ich es auch sehe. Ich gab ihm in Absprache mit der Tierheilpraktikerin ein Mittel, das auch wirkte. Nach vier Tagen das gleiche Spiel. Durchfall, Blut. Ich ahnte schon, was kam, wollte aber eine tierärztliche Meinung hören. Nicht, dass er was gefressen hat, was ihm Probleme macht.

Wir sind dann Samstag mit ihm beim TA gewesen. Der hat untersucht, geröntgt, eine Entzündung im Darm festgestellt. Aber auf Grund von Tristans Verhalten dort (er hat sich nur geduckt, wollte meinem Mann in die Tasche kriechen und war insgesamt MEGA unterwürfig) hat der TA dann gesagt, der kleine Mann habe ein psychisches Problem. Wir haben zwar noch Zeug für eine Kotprobe mitbekommen, um Würmer auszuschließen, aber daran glaubt hier eigentlich niemand.

So, was tun wir nun mit diesem ganzen Wissen? Ich habe erstmal die THP angerufen, sie schickt mir ein Mittel gegen die Darmentzündung, das auch den psychischen Teil berücksichtigt. Und Tristan bekommt Bachblüten.

Aber in erster Linie bin wohl ich das Problem, bzw. Frieda und ich. Es ist nun an mir, diesen schwierigen Spagat zu schaffen, meine Freundschaft mit Frieda weiter zu pflegen, aber mich mehr um Tristan zu kümmern.

Bis dato haben wir Tristan und Sam zusammen gefüttert. Sam schlingt knurrend sein Futter runter, Tristan ist ganz gesittet. Dennoch scheint ihn Sams Verhalten gestresst zu haben. Seit gestern füttere ich Tristan in einem anderen Raum - er frisst viel viel langsamer, braucht doppelt so lange, wie Frieda und Sam. Denke, diese geringfügige Veränderung hilft ihm schon.

Seit gestern rufe ich ihn häufiger, streichle ihn einfach zwischendurch mal, schicke Frieda auch weg, wenn sie sich dazwischen drängelt. Tristan honoriert das sofort, er läuft nicht mehr weg, ich kann ihn greifen, hier und da kommt er von allein an, streicht mir einmal um die Beine.

Frieda findet das jetzt eher verstörend, weggeschickt zu werden ist sie nicht gewohnt. Sie lag gestern völlig geschockt neben uns auf der Couch, wollte auch von mir gar nicht mehr gekrault werden. Nicht, dass sie beleidigt war, sie hat es einfach nicht verstanden.

Heute haben die drei den ganzen Nachmittag zusammengelegen. Und Sam und Frieda haben Tristan immer umarmt, ihn geputzt. Als wollten sie ihn auch trösten, ihm versichern, dass er einer von ihnen ist. Sehr rührend.

Tristan war vorhin auf dem Klo und hat jetzt wieder festen Kot, ohne Blut. Wie einfach kann des Rätsels Lösung sein?

Es wird schwierig sein und bleiben. Es fordert mich, es fordert uns.

Eigentlich verstehe ich nicht, wieso er so eifersüchtig reagiert, warum er sich so pikiert zurückzieht. Wir alle lieben ihn - wir und die anderen Katzen. Aber wenn er nun einmal so ist, wenn er es so empfindet, dann müssen wir das berücksichtigen. Seine Zeichen waren klar und deutlich, noch lauter kann er nicht um Hilfe rufen.

Drückt uns die Daumen, dass wir das hinkriegen, ja?
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Re: Tristan hat ein Problem

Beitragvon Dido » 20. März 2011, 19:08

Deja-vu? So ähnlich lief es bei mir auch… nur nicht so extrem. Zunächst dachte ich, das Barimba kein Schmuser sei. Aber richtig war, das Bica ihm keine Chance ließ. Sie saß immer ganz oben auf mir, er saß an meinen Beinen. Zum Glück hat er die Chance genutzt, wenn Bica mal nicht da war. Inzwischen weiß ich das er ankommt wenn er meint, das Bica es nicht merkt. Ich lasse sie auch ganz bewusst "links" liegen wenn er beschmust werden will. und wie schon mal erwähnt, ist sie ja auch immer die erste, die zum Klo muss, immer die erste beim essen und bei den Leckerchen - er hält sich vornehm zurück.

Tigo - sind vielleicht die roten die scheuen? Es wundert mich schon das es die beiden roten Kater sind, die so sensibel sind, und ebenso die beiden Mädels, die sich IMMER vordängen!!

Ihr schafft das schon!
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Re: Tristan hat ein Problem

Beitragvon She65 » 20. März 2011, 21:35

Es ist nichts verloren, Tigo, im Gegenteil, es bietet Möglichkeiten zur Neusortierung und zum Überdenken. ;)

Zunächst einmal vorweg: wenn Tiere aus verschiedenen Würfen mit ganz unterschiedlichen gesammelten Erfahrungen und Sozialisierungsgraden zusammenziehen, zudem noch Männchen und Weibchen - von daher schon ohnehin anders - dann tritt erst einmal das arttypische Verhalten ein. Die Beziehungen zu den Menschen, die mit ihnen leben, spielen natürlich auch eine Rolle, obwohl sie in diesem Sinne nicht Artgenossen, doch Sozialpartner sind. Es mag Konstellationen geben, wo es von Anfang an reibungslos klappt, doch gerade bei ausschließlicher Wohnungshaltung, wo kein Ausweichen in heiklen Situationen nach draußen möglich ist, gibt es hier und dort schon einmal Reibungspunkte.

Mich stutzt, dass Tristan Nackenbisse gibt, obwohl sein Verhalten eher verhalten zu sein scheint. Ist er kastriert, sind alle anderen Tiere das auch ? (Du hast es bestimmt erwähnt, doch ich mag nicht forsten.) Es ist zwar ungwöhnlich, dass weibliche Tiere so derart forsch sind, ihren Anspruch geltend machen, doch je nach Persönlichkeit mag das vorkommen.

Der Punkt, bei dem es "Klick" gemacht hat, liegt im Aussperren der Tiere Deiner Schwiegereltern. Harnen oder Koten sind eindeutige Mitteilungen, eine Message, die sich in diesem Fall meiner Meinung nach wegen des begrenzten Revieres ausdrückt. Dass er mit der in-den-Vordergrund-Drängelung von Frieda nicht einverstanden war, sich zurückgesetzt fühlte, kommt sicher noch dazu. Dass es zu M-D-Problemen führt, ist nicht ungewöhnlich, weil jedes Lebewesen einen Organschwachpunkt hat, sich so auch psychische Befindlichkeiten äußern.

Du machst das schon so richtig, wie Du es geschrieben hast. Es ist immer ein Spagat, wenn man mit mehreren Tieren lebt, jeder hat seine Bedürfnisse, seine eigene Art. Wichtig ist erstmal, dass Organisches bei Tristan ausgeschlossen wurde. Beobachte gut, das kannst Du, doch interpretiere nicht nach Deinem menschlichen Maßstab, sondern sei unbefangen und offen, erinnere Dich an die vielfältigen Ausprägungen von Katzenverhalten. Sei kein Mensch, wenn Du das nachempfindest, so gut Du auch fühlen kannst, sondern Katze. ;)

Ich hoffe, dass ich Dir ein wenig helfen konnte und nicht zur vollständigen Verwirrung beigetragen habe. *zwinkert*
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Re: Tristan hat ein Problem

Beitragvon Tigo » 20. März 2011, 23:46

Natürlich sind sie alle kastriert - das ginge doch gar nicht anders. Tristan war der erste, er war sehr jung damals. Er stieg gleich am 2. Tag hier daheim auf Frieda, weshalb wir ihn an Tag 3 haben kastrieren lassen. Sein Verhalten gleicht dem eines unkastrierten Katers, weshalb ich mich frage, ob bei einer Kastration auch was schiefgehen kann. Oder von mir aus, ob da was nachwachsen kann, wenn der Kater zu jung war? Ehrlich mal jetzt?

Sie sind alle drei im Umgang miteinander super liebevoll. Tristan und Frieda geraten beim Spielen schonmal aneinander, da wird mal geknurrt, sich mal ein Pfotenkampf geliefert. Aber das bleibt trotzdem alles moderat und sie sind junge Katzen - ich finde das völlig normal. Linus hat O'Melley damals wesentlich mehr zugesetzt.

Wahrscheinlich war das Problem während unserer Abwesenheit einmal das zu kleine Revier. Und dann haben die Schwiegers immer mit Frieda gespielt und sich an Sam rangemacht. Tristan wird weitestgehend unbeachtet geblieben sein. Wahrscheinlich war das zu viel auf seiner kleinen Seele.

Ich hatte ja noch Zweifel, ob es wirklich ER ist, der pullert. Aber ich habe vorhin bemerkt, dass er auch seine Kuschelschaukel eingeseicht hat. Damit ist kein Zweifel mehr da.

Das ist mein ganz persönlicher Alptraum. Nichts ist mir mehr fies, als eine Katze im Haus, die alles vollpisst. Das ist für mich der ultimative Alptraum. Hoffentlich wirken die Bachblüten.
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Re: Tristan hat ein Problem

Beitragvon She65 » 21. März 2011, 00:22

Sei Dir sicher, dass ich Dein Dilemma verstehen kann, Tigo. Wir leben mit einem Tier, das ständig pullert, man schwankt zwischen "Dich setze ich an der nächsten Autobahnraststätte ab" und "ich möchte Dich so gerne verstehen", doch meistens "wir haben Dich dennoch lieb".

Sobald Du den Grund dafür gefunden hast, hast Du die Lösung, die Mitteilung verstanden und alles ist fein. ;)

Leider gibt es nicht immer die Lösung, um die Dinge zu ändern, die mitgeteilt werden, weil das Miteinander an Tieren weder vorher bekannt ist noch im Nachhinein ohne Verluste verändert werden kann. Geruchsmarkierungen haben auch territoriale Gründe oftmals. Sie werden gesetzt, weil sich das Tier wohler fühlt, es seinen Geruch erkennt und eine gewisse Sicherheit hat trotz Umständen, mit denen es nicht einverstanden ist. Die gilt es zu finden, deshalb ist die möglicherweise fehlgelungene Beseitung der Geschlechtsorgane ein zu vernachlässigender Aspekt.

Alptraum hin oder her, Tristan muss wieder gesund werden, die Bachblüten werden nach sorgfältiger Auswahl sicher ihren Teil leisten. Zeig ihm, dass er wichtig ist, seinen Teil in Eurer Gruppe leistet und Frieda ebenso. Du schaffst das, da bin ich sicher. Doch Du wirst auch damit leben können, ein Tier bei Dir zu beherbergen, das dieses Verhalten möglicherweise nicht abstellt. ;)
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Re: Tristan hat ein Problem

Beitragvon Tigo » 21. März 2011, 22:54

She65 hat geschrieben:Die gilt es zu finden, deshalb ist die möglicherweise fehlgelungene Beseitung der Geschlechtsorgane ein zu vernachlässigender Aspekt.


Das sehe ich nicht so. Ich kenne den Geruch von Markierungen. Ich habe damit am Stall immer wieder zu tun. Aber ein derartig intensiver und wirklich abartiger Geruch ist mir noch nicht untergekommen. Und wenn ich meinen Kater für eine Kastration abgegeben habe (und diese bezahlt habe!), dann möchte ich auch sicher wissen, dass sie korrekt und "anhaltend" durchgeführt wurde.

Doch Du wirst auch damit leben können, ein Tier bei Dir zu beherbergen, das dieses Verhalten möglicherweise nicht abstellt. ;)


Nein, das werde ich nicht. Sollte er sich mit diesem einen Abstellraum begnügen, könnte ich damit gerade so noch zurecht kommen. Wenn er in unsere Wohn- oder gar Schlafbereiche damit dringt, dann kann ich damit nicht leben. Definitiv nicht. Dann wird Tristan der erste Freigänger in unserem Haus. Das würde allerdings unser gesamtes Gefüge ins Wanken bringen. Das täte es aber auch schon, wenn er im Schlafzimmer rumpisst, weil ich sie dann aussperren müsste. Darunter wiederum würde nicht nur Frieda leiden.

Nein, das muss in den Griff gekriegt werden. Alles andere ist für mich total inakzeptabel.

Frieda ist sehr sehr klug. Sie merkt genau, was hier abläuft. Wenn Tristan sich jetzt zu mir gesellt, geht sie ganz höflich einen Meter zur Seite. Nur im Bett, da liegt sie im oberen Bereich auf mir drauf und da gesteht sie ihm auch nicht mehr zu, als meine Füße. :oma:

Tris und ich haben vorhin Ball gespielt. Frieda rennt sonst nach allem. Heute hat sie nur zugeschaut und die ganze Zeit geguckt "Darf ich? Darf ich? Ich hol den, sag ein Wort!". Es ist schwer für sie, man merkt es. Aber sie fügt sich in ihr Schicksal. Am Ende ist sie hier ja die Mutter der Kompanie.

Dafür hat Tristan heute früh gleich Alarm geschlagen und mich lauthals protestierend darauf aufmerksam gemacht, dass mein Mann Sam aus Versehen im Wohnzimmer eingesperrt hatte. Er kam nach oben ins Bad und hat so lange gebrüllt und ist wie ein Flummi auf und ab gehüpft, bis ich es geschnallt hatte. Also ohne Kumpel geht es eben auch nicht.

Der Kot ist wieder fester, er frisst allein, er frisst langsamer. Ich rufe ihn ständig und kuschel ihn viel - und er streicht immer wieder um meine Beine und ist schon sichtlich glücklicher. Ich konnte heute früh auch die Kotproben nehmen und ans Labor senden - obwohl ich mir davon nicht viel verspreche.
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Re: Tristan hat ein Problem

Beitragvon blondchen » 22. März 2011, 13:30

Tigo hat geschrieben:Wir sind dann Samstag mit ihm beim TA gewesen. Der hat untersucht, geröntgt, eine Entzündung im Darm festgestellt. Aber auf Grund von Tristans Verhalten dort (er hat sich nur geduckt, wollte meinem Mann in die Tasche kriechen und war insgesamt MEGA unterwürfig) hat der TA dann gesagt, der kleine Mann habe ein psychisches Problem. Wir haben zwar noch Zeug für eine Kotprobe mitbekommen, um Würmer auszuschließen, aber daran glaubt hier eigentlich niemand.


Tigo, bist Du Dir mit dem Ausschluss einer Entzündung des (Dick)Darms wirklich sicher? Der Tierarzt hat doch eine eindeutige Diagnose gestellt. Und Entzündungen des Dickdarms können Inkontinenz hervorrufen....

Ich glaube nicht das Katzen unlösbare psychische Probleme haben. Vielleicht ist meine Katze ja zu sehr Realistin und mir damit so nah - aber eine kurze Erklärung der neuen (Lebens)Umstände hat bisher immer gereicht um sie von "Protestaktionen" abzuhalten. Sie hat bisher nur 2 x in ihrem Leben demonstriert: 1 x als ich meinen Mann kennenlernte und 1 x als dieses stinkende Hundewelpentier einzog. Beide Male reichten nach dem Einsauen ein paar klare Worte mit dem Hinweis, sie könne ja auch jederzeit "ausziehen", wenn ihr was nicht passt.

Ich würde eher auf einen physisch kranken als psychisch kranken Kater tippen.
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Re: Tristan hat ein Problem

Beitragvon Tigo » 22. März 2011, 16:09

blondchen hat geschrieben:Tigo, bist Du Dir mit dem Ausschluss einer Entzündung des (Dick)Darms wirklich sicher? Der Tierarzt hat doch eine eindeutige Diagnose gestellt. Und Entzündungen des Dickdarms können Inkontinenz hervorrufen....


Wie kommst Du darauf, dass ich eine Entzündung ausgeschlossen hätte? Du hattest es doch selbst zitiert - der TA hat eine Entzündung festgestellt. Die entscheidende Frage ist, woher sie rührt. Und auch da war der TA sich sicher, dass das auf psychischem Stress basiert. Und darüber reden wir jetzt. Ich stimme dem TA ja zu, bzw. er hat eigentlich mein Bauchgefühl bestätigt. Damit ich ihn nicht auf diese Spur bringe, war mein Mann ganz allein mit Tristan bei ihm und ich hatte nur die harten Fakten vorher aufgeschrieben und mitgegeben.

Doch, er hat definitiv ein psychisches Problem. Man merkt ja, wie er jetzt sofort auflebt, wo wir geringfügige Änderungen durchgezogen haben. Er hat seither auch nicht mehr markiert, obwohl sie tagsüber auch nicht im ganzen Haus sein dürfen.
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Re: Tristan hat ein Problem

Beitragvon She65 » 22. März 2011, 18:29

So, wie es aussieht, hast Du doch schon die Mitteilung von Tristan verstanden, Tigo. *lächelt*

Umso missverständlicher habe ich mich allerdings ausgedrückt, denn natürlich soll eine Kastration gelungen sein, wenn sie durchgeführt wird. Dennoch las oder hörte ich von ganz wenigen Fällen (wenn es denn überhaupt so war), in denen das eingetreten ist, so dass ich mit dem Vernachlässigen diesen Aspekt meinte und das Suchen an anderer Stelle zur Ursachenfindung.

Das mit der Beherbergung ging in die Richtung, dass man ein Tier nicht wieder abgibt, sondern Wege findet. Doch nun geht ja alles seinen guten Weg. ;)
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Re: Tristan hat ein Problem

Beitragvon Tigo » 22. März 2011, 21:33

Ich glaube gar nicht, dass der Freigang das ist, was er begehrt. Dazu ist er eigentlich viel zu schüchtern. Ich glaube viel mehr, dass er mehr Freiraum persönlicher Art braucht, also Raum für sich. Er ist mehr Individualist als die anderen. Sam z. B. geht gern mal fix mit auf's Klo, wenn einer der anderen gerade drauf ist. Es gibt zwei Klos - aber Sam ist eben lieber in Gesellschaft ...

Tristan ist der intelligenteste von den Dreien. Ihm ist einfach auch langweilig, bzw. er ist unterfordert. Heute früh hat er mit Inbrunst und viel Gehabe drei Fliegen observiert, die sich in der Sonne an der Fensterlaibung ausgeruht haben. Das hat ihn geschlagene 40 Minuten beschäftigt. Hurra, der Frühling möge kommen!

Tristan schließt sich aber wieder mehr auf. Vorhin hat er sich zum ersten Mal seit vielen Wochen wieder zum Schlafen unter meine Decke gelegt. Er hat mir den Rücken gewärmt, der so schlimm doll weh tat.
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