
Das ließ mein Herz dann doch sofort höher schlagen, denn das versprach gleich die Erfüllung von zweien unserer Wunschträume: Endlich einmal eine/n Rote/n in unserer Gemeinschaft und - des Gatten Herzenswunsch - ein Pärchen, das beieinander liegt, sich gegenseitig putzt und vertraut miteinander ist. Aber ich habe dem Gatten gegenüber nur einen kurzen Satz mit Hinweis auf die Tierheim-Seite losgelassen.
Als ich letzte Woche dann in Dubrovnik war, kam dann gleich in unserem ersten Telefonat von ihm: Ich habe mal geguckt - die sind ja niedlich. Die Saat ging auf
Tja, und dann wurde es jeden Tag konkreter - Mittwoch berichtete er mir, er habe schon mit "unserer" Dame vom Tierheim gesprochen, sie würde den Kontakt zur Pflegestelle herstellen. Und Donnerstag bekam ich dann zu hören, dass er mit der "Pflegemutter" schon ein längeres Telefonat geführt habe und wir die Kleinen vermutlich am Wochenende besuchen könnten
Und dieser Termin stand dann gestern Nachmittag an.Was soll ich sagen? Es war ein voller Erfolg. Wir haben uns beide sofort in die kleinen roten Racker verliebt! Fiete und Karlsson heißen die zwei Brüderchen, und obwohl sie sich sehr ähnlich sehen, haben wir gleich die passenden Hinweise zur Unterscheidung von der "Mama" bekommen - ist eigentlich ganz leicht, sie auseinander zu halten
Der Einzug im neuen Heim war recht unspektakulär, weil beide es vorzogen, den ganzen Abend in ihrem Transportkorb auf der Couch zu verbringen
Die übrige Bande reagierte erwartungsgemäß nach ihren Charakteren: Mäusi und Mietzi interessierten sich überhaupt nicht, sofort dabei waren Töbes und Fine. Während Töbes direkt mal forsch auf den Korb zuging und dafür einen Faucher von Fiete kassierte, guckte sich Fine das ganze Spektakel lieber von der Tischkante an, wobei der Hals aber iiiiimmmmmer länger wurde
Aber so richtig ran getraut hat sie sich nicht. Irgendwann kam dann Fresel auf die Couch gehüpft, guckte in den Korb und machte einen völlig entsetzten Hopser rückwärts, als ihm aus dem Korb ein zaghaftes Fauchen entgegen tönte
Tja, und der dicke Paul kam dann irgendwann auch, riskierte einen Blick und entschied gleich: "Nix für mich" Gegen halb elf hat der Gatte dann unser Schlafzimmer mit einem Katzenklo und einem Schälchen Trofu für die erste Nacht hergerichtet, und wir haben die beidem samt Korb nach oben verfrachtet. Für die anderen war es wohl sehr ungewohnt, dass die Schlafzimmertür die ganze Nacht zu war, aber da mussten sie durch. Wir wollten einfach nicht das Risiko eingehen, dass die beiden Babies gleich in der ersten Nacht in der neuen ungewohnten Umgebung einen Unfall hätten.
Die Nacht war dann sehr ruhig, die zwei haben offenbar hauptsächlich im Korb geschlafen. Aber gegen fünf Uhr heute Morgen kamen sie dann beide ins Bett. Und als um halb sechs mein Wecker ging, wurden sie auch munter. Jetzt sitzen wir also seit halb sechs bei gedimmtem Licht im Bett und gucken den beiden zu, wie sie ihre neue Welt erkunden
Der Trinkbrunnen hat es beiden schon sehr angetan, Fiete hat schon entdeckt, dass man, um an die Kugel in der Mitte zu kommen, nasse Pfoten kriegt
Auf dem Klo waren sie auch schon, und zwar gemeinsam, das klappt also auch scon mal. Nun wuseln sie überall herum und erkunden ihren ersten Raum. Tobie hat sich eben auch mal kurz rein getraut, ist aber inzwischen wieder raus aus dem Schlafzimmer.Heute ist dann das Projekt "Sozialisierung" angesagt, und das will ich mir auf keinen Fall entgehen lassen. Deshalb habe ich entschieden, heute noch einen Gleittag zu nehmen. Nach all dem gesundheitlichen Mist der letzten Wochen finde ich, dass ich so einen schönen Tag Auszeit mal verdient habe, oder?
Der Gatte hat gestern schon Fotos gemacht, vermutlich kommt heute im Laufe des Tages von ihm auch noch was.







