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Hundeattacke auf dem Stoppelfeld

Hier kann alles rund um das Thema Katzen gepostet werden.
Hunde, Pferde und andere tierische Zwei-, Vier- oder Mehrbeiner sind in dieser Rubrik gern gesehene Gäste ;)
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Hundeattacke auf dem Stoppelfeld

Beitragvon Tigo » 23. Juli 2008, 20:38

Ich bin noch so geschockt, so wütend und daher wahrscheinlich nicht sachlich. Seht es mir nach, bitte.

Wie blöd, ignorant und saudämlich können eigentlich manche Hundebesitzer sein? :wall: Eine dieser offensichtlich unterbelichteten Sorte hätte mich heute fast mein Genick gekostet.

Ich reite mit meinem endlich wieder genesenen Pferdemann aus. Wir sind beide entspannt, gut gelaunt und gut drauf. Es ist schon nach 19 Uhr, es ist friedlich in unserem Stück Land. Ich gehe durch Wiesen auf einem Feldweg bis zu einem bereits einmal umgegrubberten Stoppelfeld - idealer Reitboden. Da der Pferdemann einige Tage sehr krank war, wir nicht viel gearbeitet haben und er durch die Medikamente noch geschwächt ist, gehe ich erstmal nur Schritt. Gott sei Dank!

Ich reite ca. 20 Meter vom Rand des Feldes weg schnurgrade hoch. Neben dem Feld ist ein ca. 60 Zentimeter breiter Streifen mit hohem Gras, es stehen einige Bäume dort. Dahinter ist ein geschotterter Feldweg.

Ich sehe eine Frau im elektrischen Rollstuhl mit einer Begleitperson kommen. Ich kenne diese Frau, sie ist aus dem Nachbardorf, von so einer komischen "Aussteigergemeinde", da hängen ständig die abenteuerlichsten Leute rum, aber sie gehört zum "Stamminventar". Damit Shigon sich nicht erschreckt, richte ich ihn schon in diese Richtung, damit er sie sieht, denn hinter der Grashecke verschwindet sie mit dem Rolli optisch.

Auf einmal macht Shigon einen Riesensatz bei Seite und will panisch davon galoppieren. Ich lasse ihn natürlich nicht, er beginnt auf der Stelle zu hüpfen, sich im Kreis zu drehen. Ich habe ein paar Runden gebraucht, bis ich überhaupt geschnallt habe, was da abgeht.

Zwei Hunde schossen aus der Grashecke auf uns zu, mit gefletschten Zähnen und tief knurrend. Shigon hat sich so gedreht, dass er sie hätte wegtreten können.

Und die Damen stehen völlig unbeteiligt auf dem Feldweg und schauen sich in aller Ruhe an, was wir da für ein Schauspiel bieten!

Ich habe in meiner und des Pferdemannes Not dann nur wirklich lauthals gebrüllt "HOLEN SIE VERDAMMT NOCHMAL DIE HUNDE HIER WEG!". Da geruhten sie dann wirklich zu reagieren und die zwei haben dann Gott sei Dank auch relativ prompt reagiert. Ich habe sie noch weiterhin angebrüllt, ob sie eigentlich verrückt wären und dass sie jetzt sofort die Hunde anleinen sollen! :evil:

Nicht, dass sie sich mal entschuldigt hätten oder so, nö nö. Ich bin dann noch auf sie zugeritten, nachdem sie die Biester angeleint hatten, damit Shigon sieht, dass die ihm nichts können und wieder runter kommt von seiner Palme. Und konnte mir nicht verkneifen, den Hinweis anzubringen, dass ich keine Angst um mein Pferd hätte, er aber in solchen Notsituationen sehr wohl zielgerichtet zu treten weiß. Dann habe ich ihnen noch einen schönen Abend gewünscht und bin weitergeritten.

Mir tut jeder verdammte Knochen im Leib weh. Ich habe ein waschechtes Schleudertrauma im Nacken und wahnwitzige Schmerzen im ganzen Rückenbereich.

Ich könnte schier ausflippen vor Wut. Ich kenne die Frau, ich kenne die Hunde. Ich sage das nicht gern, aber das sind die unfreundlichsten Zeitgenossen, die ich jemals erlebt habe. An dem größeren Hund (Bobtail-Verschnitt) ist überhaupt nichts freundliches, der knurrt ständig, rennt ewig mit gefletschten Zähnen rum. Wir sind früher an deren Gehöft vorbeigeritten und der Hund steigert sich in seinen Wahn so richtig rein. Der kleinere ist nicht ganz so übel drauf, aber der macht dann halt auch einfach mit.

Wie können die solche Hunde auch noch freilaufen lassen? Shigon ist zwar manchmal etwas übernervig, aber eigentlich immer gut beherrschbar. Ich vermag mir nicht vorzustellen, was so eine Aktion gebracht hätte, wäre der Reitverein mit Kindern unterwegs gewesen!

Ich richte mich für mich darauf ein, dass ich morgen mit einer mörderischen Migräne flachliege und hoffe nur, dass Shigon sich bei der ganzen Tanzaktion nicht wieder verletzt hat. Wenn ja, weiß ich, wer die Tierarztrechnung bezahlen wird! :evil:
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Re: Hundeattacke auf dem Stoppelfeld

Beitragvon Rosebud » 23. Juli 2008, 21:08

Scheiße Tigo, das ist einer meiner schlimmsten Alpträume beim Ausreiten.

Ich hab sowieso so einen Schiss vor fremden Hunden, und es ist wirklich erschütternd, wie viele Hundebesitzer mit freilaufenden Hunden unterwegs sind, denen es scheißegal ist, ob Herrchen ihnen hinterherschreit.

Selbst wenn Herrchen und Frauchen einem anschließend versichern, dass Tasso gar nichts tun will, nur spielen, hilft es nix, wenn das Pferd das nicht weiß.

Entweder verplättet er dem lieben Tasso eine oder er dreht durch und der mehr oder weniger gute Reiter fliegt runter. Selbst wenn der sich dabei nicht verletzt, ist so ein frei laufendes panisches Pferd im Gelände eine Horrorvorstellung.

Glaubst du nicht, du solltest dich morgen mal kurz in der Arztpraxis vorstellen? Schleudertrauma gibt es nicht nur bei Auffahrunfällen mit dem Auto.
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Re: Hundeattacke auf dem Stoppelfeld

Beitragvon Rosebud » 23. Juli 2008, 21:12

Übrigens waren wir gestern und heute auch wieder draußen. Die ersten Stoppelfelder sind freigegeben.

Da geht unser Dicker ab wie eine Rakete - aber erst wenn er die Strecke mindestens einmal ruhig im Schritt und einmal im Trab abgegangen ist, da ist meine Tochter eisern.
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Re: Hundeattacke auf dem Stoppelfeld

Beitragvon Tigo » 23. Juli 2008, 21:48

Ja, ich mach das auch immer so - erst Schritt, dann Trab. Ich suche mir eine Spur, in der ich dann bleibe, damit ich die Bodenwelle abschätzen kann. :)

Shigon war selbst zwei Runden später noch völlig aufgelöst. Und auf dem Rückweg nach Hause waren die Weiber mit den Hunden unweit vor uns. Von den Hunden aufgeschreckt ruschelte dann ein Reh durch den Raps auf dem Nachbarfeld, streckte den Kopf raus, sah uns und blieb dann erstmal stehen. Da war es dann mit Shigon's Contenance leider ganz vorbei. Er fing wieder an im Kreis zu hüppen, ich hab ihn angehalten und bin dann abgestiegen und den letzten Kilometer zu Fuß gegangen. Neben einem großen schwarzen Pferd mit viereckig geschnorchelten Nüstern und formvollendetem spanischem Schritt. :shock: Wenn ich nicht so stinkig gewesen wäre, hätte mich der Anblick gewiss erfreut. ;)
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Re: Hundeattacke auf dem Stoppelfeld

Beitragvon Gytha » 23. Juli 2008, 23:21

Mensch, Tigo, das liest sich ja wirklich dramatisch. Du solltest wirklich genauestens drauf achten, wie es dir morgen ist und, falls nötig, doch zum Arzt gehen.

Zur Sache selbst kann ich nicht viel beisteuern, allenfalls aus Sicht eines Hundebesitzers. Ich glaube, mir könnte sowas durchaus auch passieren, man läßt seinen Hund frei im Feld laufen, weil man denkt, es ist niemand da. Und wenn er dann bei einem Pferd durchdrehen würde, wäre ich vermutlich auch erst einmal geschockt gewesen. Von daher kann ich vielleicht das Verhalten der Damen in etwa nachempfinden. Böse Absicht hat sicher auf keiner Seite dahinter gesteckt.

Nun wünsche ich nur noch, dass Shigon und du das Erlebnis gut wegsteckt und nichts nachbleibt.
Gruß
Gytha

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Re: Hundeattacke auf dem Stoppelfeld

Beitragvon Bergziege » 24. Juli 2008, 07:13

ich finde es einfach schade, dass ein paar idiotische Hundebesitzer immer wieder dafür sorgen, dass langfristige ALLE Hundebesitzer über einen Kamm geschoren werden :( Wenn die Leute eine Prüfung machen müssten in der sie fachmännische Hundeerziehung beweisen müssten, dann würde die Sache anders aussehen. Wie oft ruft mir jemand zu "leinen Sie gefälligst den Hund an" und ich muss sagen "Leine? Sowas besitz ich gar nicht - mein Hund hat nämlich Ohren!"
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Re: Hundeattacke auf dem Stoppelfeld

Beitragvon Nettsche » 24. Juli 2008, 07:18

Tigo, wie geht es Dir heute?
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Re: Hundeattacke auf dem Stoppelfeld

Beitragvon Wusel » 24. Juli 2008, 07:57

Hallo Tigo, hast du denn so ein nerviges Pferd? Meine bleiben da meist sehr gelassen und wenn so ein Hund wie du ihn beschreiben hast da ankämme würde ich auch zutreten lassen, meistens verstehen dann ja die Hunde (eher als die Besitzer) das mit so einem Pferd nicht zu spaßen ist!
lg wusel
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Re: Hundeattacke auf dem Stoppelfeld

Beitragvon Tigo » 24. Juli 2008, 08:02

Gytha, wir haben ja auch Hunde in der Familie, und auch die laufen durchaus frei. Das bedingt aber, dass ich als Besitzer die Augen quasi VOR dem Hund habe. Und während ich mit Shigon bergan ritt, standen die Damen auf dem höchsten Punkt und hatten freie Sicht. Schwarzes Pferd und Reiter mit roter Jacke - weithin sichtbar. Dann muss ich als Besitzer halt eben bei Zeiten meinen Hund zu mir rufen. So er denn hört. :roll: Das zumindest hat ja aber geklappt.

Doppelt so unsinnig ist es, die Hunde exakt DORT frei laufen zu lassen, da es auch Jagdgebiet ist. Drei Hochsitze im direkten Umfeld, und grade um die Uhrzeit sitzen die Jäger dort auch gern an (es war niemand da, das war mein erster Blick, sonst würde ich da nämlich auch nicht geritten sein; nicht, weil sie schießen, sondern weil sie eben ungestört beobachten wollen). Und sie liegen seit Jahren im Clinch mit den Hundebesitzern, dass sie die Hunde eben grade dort unbedingt anleinen sollen.

Es geht mir soweit relativ gut. Ich habe starke Schmerzen im Schulterbereich und die LWS ist auch nicht ganz glücklich. Mein Mann hat mich gestern noch von oben bis unten mit so'm Arnikazeugs einbalsamiert (ehrlich mal), und das hat offenbar nach dem Rheumabad doch ganz gut getan. Klar, dass es wehtun muss. Auch als Nichtreiter kann man sich vielleicht vorstellen, welche Kräfte da wirken, wenn 450 KG unter Dir plötzlich aus dem Nichts ausbrechen und im Kreis hüpfen. *seufz* Das ist wie eine Vollbremsung bei X km/h.

Mein Mann hatte heute den Medikamentenfrühdienst bei Shigon übernommen, seinen Augen geht es gut und die Beine haben es auch offenbar gut überstanden.

Wusel, nein, mein Pferd ist nicht nervig. Er ist Ex-Rennpferd, der ist Trubel und Action gewöhnt. Aber zwei aus dem Gebüsch schießende Hunde, die sich um ihn scharen und mit gebleckten Zähnen anknurren - dafür muss man kein nervöses Pferd haben, da siegt auch bei Mr. Gelassenheit eindeutig die Verteidigungsstrategie. Und die sieht bei einem Fluchttier nunmal nicht zwingend Kampf vor, sondern eben Flucht.
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Re: Hundeattacke auf dem Stoppelfeld

Beitragvon Sandocan » 24. Juli 2008, 09:44

Ähm, was machst Du denn, wenn Du da solche "Schäden" davonträgst? Ich meine, mir ist ja auch schon öfter mein Pferd durchgestartet, aber das ist schon sehr seltsam, oder? :gruebel:
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